Sexueller Übergriff in diplomatischen Kreisen: Staatsanwaltschaft wartet auf Genehmigung zur Strafverfolgung des Katarers

Asunción: Staatsanwalt Federico Leguizamón bearbeitet die Anzeige eines jungen Mannes aus Sri Lanka, der den bevollmächtigten Minister und Geschäftsträger von Katar in Paraguay, Saeed Hamad M.J. Al-Marri, angezeigt hat.

Bislang konnte die Staatsanwaltschaft nur wenige Schritte mit dem Betroffenen unternehmen, denn solange sie keine Genehmigung hat, kann sie nicht einmal die Räumlichkeiten durchsuchen, in denen der Ausländer in Paraguay lebt, da sie territorial von Katar abhängig ist.

Für den Staatsanwalt Federico Leguizamón ist es nach wie vor schwierig, in dem Verfahren gegen den katarischen Diplomaten voranzukommen. Nach den ihm vorliegenden Informationen handelt es sich bei dem Ort, an dem die angebliche Vergewaltigung stattgefunden haben soll, um die Residenz des bevollmächtigten katarischen Ministers und Geschäftsträgers in Paraguay, Saeed Hamad M.J. Al-Marri.

Auf der Suche nach Ermittlungsalternativen forderte der Vertreter der Staatsanwaltschaft dringend Berichte des Außenministeriums an. Er ersuchte um Informationen über die Akkreditierung und das Beglaubigungsschreiben von Saeed Hamad M.J. Al-Marri als Geschäftsträger und bevollmächtigter Minister.

Sie forderte das Außenministerium sogar auf, festzustellen, welche Art von Immunität – wenn überhaupt – dieser katarische Vertreter in Anbetracht seiner diplomatischen Stellung genießt.

Die diplomatische Immunität sei ein Hindernis, sagte der Staatsanwalt.

Leguizamón bestätigte, dass sich der Angeklagte noch im Land befindet und einen Anwalt hat, mit dem er in ständigem Kontakt steht. Im Rahmen des Verfahrens, das er wegen dieses schwerwiegenden Vorwurfs führt, hat er darum gebeten, dass seine Amtskollegen in Katar über diesen Vorfall informiert werden.

Er hofft, dass von nun an die Erlaubnis erteilt wird, das Haus zu durchsuchen und bei Vorliegen der Voraussetzungen den katarischen Gesandten strafrechtlich zu verfolgen. Er schloss auch nicht aus, dass seine eigene Justiz gegen ihn ermitteln könnte. Der Staatsanwalt für internationale Angelegenheiten, Manuel Doldán, macht ebenfalls mobil, sagte er.

Der Ermittler räumte ein, dass ihnen im Moment „die Hände gebunden sind“, da dies ein ungewöhnlicher Fall in Paraguay sei.

Angebliche Beweise und Hilfe für den Koch, der eine Vergewaltigung angezeigt hat

Das mutmaßliche Opfer hat Beweise vorgelegt, auf die der Staatsanwalt aus Rücksicht auf das Opfer nicht näher eingehen möchte. Es wird jedoch von einem Video gesprochen, in dem zu sehen ist wie der Diplomat sexuelle Gefallen von dem Koch einfordert und dieser sich weigert.

Bisher bestand die Arbeit des Staatsanwalts darin, eine medizinische Untersuchung des jungen Mannes, seine Zeugenaussage und die entsprechende psychologische Betreuung anzuordnen. Im Falle einer schweren Straftat kann die Haftstrafe bis zu 15 Jahre betragen.

Hintergrund zum Ursprung der angeblichen Vergewaltigung und des sexuellen Missbrauchs

Am 22. August dieses Jahres zeigte ein junger Sri Lanker, der in Paraguay als Koch für die katarische Botschaft arbeitete, den bevollmächtigten Minister und Geschäftsträger Katars wegen angeblicher Vergewaltigung an.

Am 1. September übermittelte Staatsanwalt Leguizamón außerdem einen Bericht an den Außenminister Julio César Arriola, in dem er ihn über den Fall gegen den katarischen Botschafter und die ihm zur Last gelegten Fakten informierte.

In seiner Aussage erklärt der 27-Jährige, dass er im Februar 2022 nach Paraguay kam, um direkt mit Diplomaten Saeed Hamad M.J. Al-Marri zu arbeiten. In seiner Schilderung behauptet er, dass M.J. Al-Marri nach drei Monaten Arbeit begann, ihn um Massagen zu bitten, was er ablehnte.

Die Tage vergingen und die Belästigungen gingen weiter, zusätzlich zu den Beschimpfungen, weil er den Körpermassagen nicht zustimmen wollte, so die Beschwerde.

Er fügt hinzu, dass es für ihn eine sehr schwierige Situation war, da er zu dieser Zeit mit niemandem kommunizieren konnte, weil er kein Spanisch sprach und niemanden fand, mit dem er sich zumindest auf Englisch verständigen konnte.

Nach Angaben des Denunzianten wurde er in der Nacht zum 1. Juni dieses Jahres von dem katarischen Diplomaten in dem Zimmer, in dem er schlief, sexuell missbraucht. Danach habe er ihn bedroht, sagte er.

Er sagt, ein Bekannter habe ihm am nächsten Tag geholfen, in ein privates Sanatorium zu gehen, um sich untersuchen zu lassen, weil er infolge der Vergewaltigung blutete.

Das Kanzleramt teilte der Presse mit, dass die Institution bereits über die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft informiert sei und alle relevanten Informationen zu dem Fall sammle, um zu einem späteren Zeitpunkt eine öffentliche Stellungnahme zu der Angelegenheit abzugeben.

Wochenblatt / Abc Color

CC
CC
Werbung

Bitte achten Sie darauf, dass Ihre Kommentare themenbezogen sind. Die Verantwortung für den Inhalt liegt allein bei den Verfassern, die sachlich und klar formulieren sollten. Kommentare müssen in korrekter und verständlicher deutscher Sprache verfasst werden. Beleidigungen, Schimpfwörter, rassistische Äußerungen sowie Drohungen oder Einschüchterungen werden nicht toleriert und entfernt. Auch unterschwellige Beleidigungen oder übertrieben rohe und geistlose Beiträge sind unzulässig. Externe Links sind unerwüscht und werden gelöscht. Beachten Sie, dass die Kommentarfunktion keine garantierte oder dauerhafte Dienstleistung ist. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung oder Speicherung von Kommentaren. Die Entscheidung über die Löschung oder Sperrung von Beiträgen oder Nutzern die dagegen verstoßen obliegt dem Betreiber.

2 Kommentare zu “Sexueller Übergriff in diplomatischen Kreisen: Staatsanwaltschaft wartet auf Genehmigung zur Strafverfolgung des Katarers

  1. Ja. Was dieser Staatsanwalt da aussagt ist auch jedem europäischen Kleinkind klar. Nun ist über eine Woche vergangen und er gesteht ein noch keinen Schritt weiter gekommen zu sein. Dann soll er in 10 Jahren wieder ein Statement abgeben, wenn er schon einen Schritt weiter gekommen ist.

  2. „Die diplomatische Immunität sei ein Hindernis, sagte der Staatsanwalt. (…) Der Ermittler räumte ein, dass ihnen im Moment „die Hände gebunden sind”, da dies ein ungewöhnlicher Fall in Paraguay sei.“

    Ach, die armen Staatsanwälte – die wollen doch einfach nur ihre Arbeit machen. Die Verbrecher in der Politik dürfen sie ja nicht anzeigen und hier können sie nicht ermitteln. So bedauerlich!
    Vor ein paar Jahren hab ich mal ein Artikel gelesen, dass Diplomaten aus Saudi-Arabien besonders flegelhaft sind und zig Delikte intus haben. Vor allem im Straßenverkehr treiben die ihr Unwesen, vor ein paar Jahren ist ein Radfahrer in Berlin zu Tode gekommen weil ein Mohammed auf Verkehrsregeln pfiff.
    Das Außenministerium kann allerhöchstens die Person zu „Non grata“ erklären, mehr ist nicht drin.
    Im Übrigen ist ja auch bekannt, dass Araber die größten Rassisten überhaupt sind. Man braucht ja nur die Arbeitsrechtslage in Staaten wie Katar oder VAE zu sehen. Weiße Europäer sind aufgrund ihres Fachwissens geduldet, Inder, Philippiner oder Sri Lanker werden schlimmer wie Tiere behandelt.