Sorgloser Umgang mit Geldern der IPS Versicherten

Asunción: Der Umgang mit den Geldern der Mitglieder des Instituts für Soziale Sicherheit (IPS) gehört zu jenen Affären, die demütigend wirken, einen vor Ohnmacht verzweifeln lassen und die Wut auf die politische Klasse wecken, die über diese Mittel nach Belieben verfügt.

Wohin fließt der Großteil des Geldes, das wir monatlich an das Institut zahlen? Diese Frage drängt auf eine klare Antwort – sowohl bei den Arbeitnehmern als auch bei den Arbeitgebern, die ihren Beitrag leisten.

Im Namen von Investitionen zur Verbesserung der medizinischen Versorgung werden riesige Summen in Guaraní im Rahmen von Ausschreibungen vergeben. Am Ende bleibt jedoch oft nichts davon übrig.

Das zeigte sich bei einer Begehung des Geländes des Zentralkrankenhauses und der Materialabteilung unter Leitung von Dr. Isaías Fretes.

In einem der Lagercontainer befanden sich nur Metallschienen – statt der eigentlich vorgesehenen Ausstattung für die modularen Operationssäle im siebten Stock des IPS. Fretes zeigte sich fassungslos und sagte: „Und was kommt danach? Wo ist der Operationssaal? Das war ja nur ein Witz für die Fernsehsendung Videomatch.“

Den Zuschlag für diesen Auftrag erhielt das Unternehmen Chaco I Industrial y Comercial SA, das später in Neighpart SA umbenannt wurde – für einen Betrag von 53 Milliarden Guaraníes.

Zusätzlich vereinbarte die Versicherungsanstalt einen Nachtrag von 8 Milliarden Guaraníes für die Anschaffung von Solarmodulen. Diese lagen jedoch bei einer Vor-Ort-Kontrolle am 5. März 2024 ungeschützt im Freien herum.

Weitere Geräte wurden im Rahmen des Projekts „Planung, Bau und Anbindung des 66-kV-Unterwerks des IPS-Zentralkrankenhauses – Genehmigungsvorbehalt 2019“ für insgesamt 69.312.726.373 Guaraní beschafft.

Beim Bau der dazugehörigen Stromleitung wurde lediglich der erste Abschnitt von Puerto Botánico bis zum Krankenhaus fertiggestellt. Der zweite Teil – vom Krankenhaus bis zur Zentralbank Paraguays – kam nie über die Planungsphase hinaus, da die Genehmigung der Bank fehlte.

Unklar ist bis heute, ob die Kabel, die für 800.000 Guaraníes pro Meter gekauft wurden, gestohlen wurden oder einfach ungenutzt liegen geblieben sind.

Für die „Lieferung und Einrichtung einer Anlage zur Herstellung von medizinischem Sauerstoff durch Luftzerlegung im IPS-Zentralkrankenhaus“ wurden erneut 70.357.017.177 Guaraní an Neighpart SA überwiesen.

Einen Tag nach der Kontrolle der Container sagte Fretes gegenüber dem Radiosender Monumental: „Man glaubt, man kann nichts mehr erleben, was einen überrascht – und dann stößt man plötzlich auf Dinge, bei denen man sich fragt, wie das nur möglich sein konnte. Da bleibt einem die Sprache weg.“

Parallel dazu müssen Angehörige von Patienten selbst Verbrauchsmaterialien und Medikamente kaufen. So erging es auch Marly Sánchez: Ihr Termin für eine Ultraschalluntersuchung im bildgebenden Diagnosezentrum Meprotec im Krankenhaus Ingavi wurde wegen des Feiertags am 30. Juni abgesagt – und sie muss nun weitere sieben Monate auf einen neuen Termin warten.

Es gibt sogar Fälle, in denen Patienten wegen fehlender rechtzeitiger Behandlung starben – wie im Fall von Braulio Vázquez. Die Mitarbeiter des Instituts wiederum klagen über schlechte Arbeitsbedingungen.

Die Krise beim IPS ist aus jeder Sicht nicht mehr tragbar: Es geht hier um Menschenleben und um das wichtigste Renten- und Versorgungssystem, das das Land derzeit hat.

Es wäre dringend an der Zeit, die millionenschweren Ausschreibungen eingehend zu prüfen, den tatsächlichen Verbleib des Großteils unseres Geldes aufzuklären und bei nachgewiesener Veruntreuung die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Denn ehrlich gesagt – wir haben keine Zeit mehr für solche Farcen à la Vestehen Sie Spaß.

Wochenblatt / Última Hora

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