Strafmaß sorgt für Verwunderung: Vier Jahre Haft für ein gefälschtes Dokument

Asunción: Das Berufungsgericht hat die vierjährige Haftstrafe für den mutmaßlichen Drogenboss Miguel Ángel Servín Palacios, besser bekannt als „Celular“, bestätigt. Das Urteil ist besonders bemerkenswert, da es sich nicht auf seine mutmaßlichen Drogenverbrechen bezieht, sondern auf die Vorlage gefälschter Dokumente.

Servín hatte versucht, sich mit einem gefälschten Jura-Abschluss eine Zulassung als Anwalt zu erschleichen.

Diese Strafe wirft Fragen auf, da vier Jahre Haft für eine Urkundenfälschung in einem Land, in dem schwerere Straftaten oft mit geringeren Strafen geahndet werden, ungewöhnlich erscheinen. Das Gericht begründete seine Entscheidung jedoch mit einer detaillierten Analyse. Die Richter Jesús Riera, Delio Vera und Paublino Escobar bestätigten das Urteil einstimmig und betonten, dass das Gericht logisch und rational vorgegangen sei, um die Schwere der Tat zu beurteilen.

Im öffentlichen Gerichtsverfahren konnte zweifelsfrei nachgewiesen werden, dass Servín sich am 21. Dezember 2017 mit einem gefälschten Dokument vor dem Obersten Gerichtshof als Anwalt vereidigen ließ. Die Ermittlungen ergaben, dass er zu keinem Zeitpunkt Jura studiert oder als Anwalt praktiziert hatte. Die Fälschung wurde ihm daher vollumfänglich zur Last gelegt, was zu diesem unerwartet harten Urteil führte.

Es bleibt abzuwarten, welche Signale die Justiz mit dieser Entscheidung senden will, ob es sich um ein klares Statement gegen Betrug in den höchsten Ämtern handelt oder ob der bekannte Name des Angeklagten eine Rolle gespielt hat.

Wochenblatt / El Nacional

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