Asunción: Trotz des anhaltenden Rückgangs des US-Dollars in den letzten Monaten bleiben die Preise für Produkte des Grundbedarfs im Land hoch. Die paraguayische Supermarktkammer (CAPASU) argumentiert, dass sich der Wechselkurseffekt aufgrund der langen Importlaufzeiten und anderer externer Kostenfaktoren noch nicht vollständig in den Regalen widerspiegelt.
Der Präsident des Verbands, Gustavo Lezcano, wies darauf hin, dass der aktuelle Dollarkurs in keinem direkten Zusammenhang mit dem Wert steht, zu dem viele der heute verkauften importierten Produkte gekauft wurden. „Der heutige Wechselkurs ist nicht der Wechselkurs, mit dem dieses Produkt bezahlt wurde. Viele wurden bereits vor Monaten importiert, als der US-Dollar noch höher stand“, erklärte er.
Lezcano stellte zudem klar, dass die Supermärkte keine direkten Importeure von Lebensmitteln sind, sondern bei lokalen Lieferanten einkaufen, die ihrerseits die Geschäfte lange im Voraus abgeschlossen haben. In diesem Kontext betonte er, dass eine mögliche Preissenkung nur schrittweise erfolgen könne, falls der US-Dollar auf dem aktuellen Niveau stabil bleibe.
Dieser Effekt könnte sich laut Lezcano bis in das erste Halbjahr 2026 hinziehen. Ein weiterer Kostenfaktor sei die Herkunft der Produkte, so der CAPASU-Vorsitzende. „Die meisten importierten Produkte kommen aus Argentinien, und dieser Markt ist heute viel teurer als früher“, sagte Lezcano.
Er fügte jedoch hinzu, dass die Preise im Allgemeinen stabil blieben, ohne signifikante Anstiege oder starke Rückgänge. Die Supermarktbranche versichert, dass anstelle von Preiserhöhungen derzeit eine Zunahme von Angeboten und Sonderaktionen zu beobachten sei, was eine Strategie sei, um die Belastung der Verbraucher einzudämmen.
„Es herrscht Preisstabilität und mehr Werbeaktionen“, betonte der Verbandspräsident. Hinsichtlich der Produkte, die die Wahrnehmung der Verbraucher am stärksten beeinflussen, stimmte Lezcano zu, dass Fleisch weiterhin der sensibelste Posten sei, gefolgt von Obst und Gemüse. Er nannte jedoch den Preis für Tomaten, der zwischen 4.500 und 6.500 Guaranies pro Kilo schwanke, als Beispiel und schloss eine künstliche Preismanipulation aus.
Abschließend bekräftigte der Präsident von der Kammer CAPASU, dass Supermärkte mit festen Margen pro Kategorie arbeiten und für die Versorgung von der Zwischenkette (der Kette der Intermediäre) abhängig seien. „Wir sind abhängig von dem Akteur, der das Produkt in die Läden liefert“, sagte er und betonte, dass jede Preisänderung auf vielfältige Variablen reagiere und nicht nur auf das Verhalten des US-Dollars.
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