Tragödie im Chaco: Toter Landarbeiter wird unwürdig transportiert und entlarvt die Entmenschlichung in der Viehzucht

Mcal. Estigarribia: Ein erschütterndes Video, das viral gegangen ist, zeigt schonungslos die prekären Bedingungen, die Vernachlässigung und das Elend, unter denen die Landarbeiter im paraguayischen Chaco leben und sterben. Die Bilder zeigen den Transport eines toten Landarbeiters auf dem Rücksitz eines privaten Kleinlastwagens, eingewickelt in Tücher und behandelt „wie ein Gegenstand“, da grundlegende Dienste wie ein Krankenwagen nicht zur Verfügung stehen.

Die Szene hat eine Welle der Empörung ausgelöst und unterstreicht die Gleichgültigkeit der „Patrones” (Arbeitgeber) und der Viehzuchtbranche gegenüber der Menschenwürde ihrer Arbeiter.

Der verzweifelte Schrei der Begleiterin

Das Video fängt die Stimme einer Frau ein, einer Verwandten oder Partnerin des Arbeiters, deren Verzweiflung das Drama der Vernachlässigung und des Mangels an Ressourcen deutlich macht:

„Mein lieber Don Miguel, macht es dich nicht traurig, mein Lieber, einen Menschen, der dir 10 Jahre lang gedient hat, so wegzuschicken? Schau doch, wie er aussieht, wie er weggebracht wird. Er passt nicht in den Kleinbus. Wie wollen sie einen 2 Meter großen Mann in einem Kleinbus transportieren? Um diese Uhrzeit ist alles schon hart! Warum wollen sie das nicht verstehen? Tut es dir nicht weh, Don Miguel, was du den Menschen antust? Unglaublich, das habe ich nicht erwartet, Don Miguel, denn Narciso Gutiérrez hat sich immer geteilt, geteilt, ich weiß nicht, die Nembotuishã, Don Miguel.”

Die Aussage offenbart nicht nur die Prekarität des Transports (ein großer Mann wird in das Fahrzeug gezwängt), sondern verweist auch direkt auf einen „Don Miguel“ und erwähnt die zehnjährige Dienstzeit des Landarbeiters, was auf einen tiefen Verrat seitens des Arbeitgebers hindeutet.

Die harte Realität der Vernachlässigung und des Elends

Die bedauerliche Situation, in der ein toter Landarbeiter „wie ein Gegenstand und nicht wie ein Mensch transportiert werden muss”, spiegelt die miserablen Löhne der Arbeiter und das völlige Desinteresse der Verantwortlichen der Estancias wider, sobald das Leben des Arbeiters in Gefahr ist oder verloren geht.

Das Fehlen eines Krankenwagens, um eine Leiche – oder zumindest eine Person in kritischem Zustand – zu transportieren, unterstreicht die logistische und menschliche Vernachlässigung, der Landarbeiter ausgesetzt sind, obwohl sie die Arbeitskraft sind, die die Viehwirtschaft im Chaco am Laufen hält.

Die Grenzen der Arbeitsergebenheit

Dieses Ereignis ist eine harte Lektion in Sachen Ausbeutung am Arbeitsplatz und Entmenschlichung:

Kein Chef wird für dich sterben; wenn dir etwas zustößt, suchen sie morgen einen anderen Arbeitnehmer und ersetzen dich.
Der Fall erinnert daran, dass Arbeitnehmer ihre Arbeit gut machen sollten, sich aber nicht „zu Tode schuften” müssen, da die Belohnung ein prekäres Leben und ein unwürdiger Tod ist.

Die Gemeinde und Menschenrechtsorganisationen fordern eine Untersuchung der Umstände des Falles des Landarbeiters und der Arbeitsbedingungen, die einen so entmenschlichenden Transport ermöglicht haben.

Wochenblatt / Facebook

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