Um Honorare einzutreiben: Anwalt beantragt Insolvenz der Essap

Asunción: Der Rechtsanwalt Manuel Radice hat aufgrund ausstehender Honorarzahlungen für geführte Prozesse die Insolvenz des paraguayischen Wasserwerkes Essap (Empresa de Servicios Sanitarios del Paraguay) beantragt. Der Antrag wurde bei einem Zivilgericht eingereicht, welches nun die Zulässigkeit prüft.

Der Fall liegt dem Zivil- und Handelsrichter Juan Martín Palacios vor. Dieser gab an, den Antrag nach der Zuteilung des Falls noch nicht offiziell erhalten zu haben, da derzeit die Zulassungsvoraussetzungen geprüft werden. Er erklärte, dass der Anwalt den Antrag mit der Nichtzahlung von Honoraren begründet, die durch Beschlüsse anderer Richter festgesetzt wurden und trotz Rechtskraft nicht beglichen wurden.

Aufgrund dieser Zahlungsunfähigkeit fordert er die Insolvenz der Essap. Das Gericht prüft dies nun unter dem Aspekt, dass der Antragsteller zunächst seine Legitimation nachweisen muss – also das Recht, diesen Antrag überhaupt stellen zu dürfen. Zudem betonte Richter Palacios, dass in derartigen Verfahren der Antragsteller die Insolvenz(Zahlungsunfähigkeit) der staatlichen Institution, deren Bankrott er fordert, belegen muss.

Sollte der Antrag angenommen werden, wäre die Essap für jegliche Verwaltungstätigkeiten gesperrt. Zudem müsste ein Verwalter für die Liquidation aller Schulden ernannt werden. Der Anwalt Radice hatte bereits vor einigen Jahren die Insolvenz der Firma VOX (Telekommunikation) beantragt; dieses Verfahren ist derzeit noch vor einem Berufungsgericht hängig.


Stellungnahme der Essap

Nachdem das Thema in den sozialen Netzwerken die Runde machte, erklärte die Essap in einer Mitteilung:

„Angesichts der massiven Verbreitung eines vermeintlichen Dokuments, dessen Inhalt und Wahrhaftigkeit unbekannt sind, teilt die Essap SA mit, dass kein Gerichtsverfahren oder laufende Klage existiert, welche die Interessen der Institution gefährdet.“

Weiter heißt es: „Zudem wird klargestellt, dass der Rechtsabteilung keinerlei Einreichung der genannten Art bekannt ist.“ Man werde jedoch im Rahmen der Transparenz die entsprechenden Überprüfungen bei den zuständigen Instanzen vornehmen und nach Abschluss dieses Vorgangs offiziell informieren.


Das ist ein ziemlich aggressiver juristischer Schachzug von Radice – die Insolvenz eines staatlichen Versorgers zu fordern, um an seine Honorare zu kommen, sorgt in Paraguay definitiv für Aufsehen.

Wochenblatt / Última Hora

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