Asunción: Ich möchte heute über die andere Tragödie sprechen. Ja, es gibt viele soziale, wirtschaftliche und politische Tragödien in Paraguay, die stets unsere Aufmerksamkeit fordern. Aber es gibt eine weitere, die jeden Tag präsent ist und uns hart trifft. Am vergangenen Freitagnachmittag verstarb ein 18-jähriger junger Mann: Gregorio Nicolás Zarza Riquelme.
Er ist einer von durchschnittlich vier Menschen, die jeden Tag in Paraguay im Straßenverkehr sterben. Er war auf dem Motorrad unterwegs; das fehlerhafte Abbiegemanöver eines Autofahrers nach links führte zum Aufprall gegen einen ANDE-Strommasten mit tödlichem Ausgang. Ein Schicksalsschlag, von dem sich eine Familie meist nie wieder erholt und der das Land eines jungen Menschen beraubt, der ein Anführer, ein wichtiger Unternehmer oder eine prominente Figur in Politik und Gesellschaft hätte werden können.
Ein Zustand der Gleichgültigkeit auf den Straßen
Das Phänomen wiederholt sich so häufig, dass es scheint, als ob es uns nicht mehr berührt. Jeden Tag passiert dasselbe: Motorräder, Autos, schlechte Beschilderung und ein absoluter Mangel an Kontrollen. Niemand scheint sich zu kümmern.
-Alltägliche Gefahren: Nach wie vor fahren Kinder auf Motorrädern zur Schule. Auf den Fernstraßen herrscht das Gesetz des Stärkeren – Motorräder ohne Licht, die berüchtigten Lkw ohne funktionierende Bremsen (wie am Gefälle von Pedrozo) sowie Schlaglöcher, die bereits zu tödlichen Unfällen und Klagen gegen den Staat geführt haben.
-Fokus auf die falschen Prioritäten: Während die Öffentlichkeit von Parteienstreitigkeiten, innerparteilichen Kämpfen und Gewerkschaftsforderungen eingenommen wird, kommen täglich vier Landsleute ums Leben.
-Die Zahlen der Tragödie im Überblick: Rund 1.300 Menschen sterben jährlich in Paraguay im Straßenverkehr. Zudem werden landesweit zwischen 43.000 und 58.000 Verkehrsunfälle pro Jahr registriert.
Es handelt sich nicht um ein theoretisches Szenario, sondern um die tägliche Realität auf den Straßen der Republik. Die drängende Frage bleibt: Wann werden wir endlich konkrete Maßnahmen gegen diese andauernde Tragödie ergreifen.
Wochenblatt / Megacadena Mario Ferreiro















