Vorkasse-Zwang beim Motorradkauf: Eine Hürde für Geringverdiener

Asunción: Der Oberste Gerichtshof (CSJ) hat eine Resolution erlassen, die das Registrierungs- und Zulassungssystem für Motorräder in Paraguay grundlegend verändert – und für die Käufer deutlich teurer macht.

Ab dem 1. April tritt die Resolution Nr. 12.299/2025 in Kraft. Sie führt ein neues Schema für die Kennzeichenvergabe ein und schreibt vor, dass sämtliche Gebühren bereits bei der Übergabe des Fahrzeugs im Voraus bezahlt werden müssen. Dieser Betrag, der Kennzeichen, Dienstleistungen und diverse Steuern umfasst, übersteigt laut ersten Berechnungen problemlos die Summe von 700.000 Guaranies.

Massive Kritik aus der Wirtschaft

Die Maßnahme stieß bei verschiedenen Verbänden auf heftigen Widerstand. Die paraguayische Industrieunion (UIP) äußerte am Donnerstag in einer offiziellen Mitteilung ihre tiefe Besorgnis.

„In Paraguay spielen Motorräder eine zentrale Rolle im Alltag. Sie ermöglichen den Weg zur Arbeit und sind die Basis für zahlreiche wirtschaftliche Aktivitäten. Jede Erhöhung der Anschaffungskosten trifft die Haushaltskassen direkt und schränkt die Fähigkeit der Bürger ein, Einkommen zu generieren“, heißt es in dem Schreiben. Laut UIP gefährdet die abrupte Änderung der Spielregeln zudem die Planungssicherheit der Unternehmen und verschlechtert das Investitionsklima.

Die teuersten Kennzeichen im Mercosur

Auch die Industriekammer für Motorräder und Automobile (CIPAMA) schlägt Alarm. Ihr Vorsitzender, Jorge Samaniego, kritisierte die hohen Kosten, die das Gericht den Bürgern aufzwingt. Er bezeichnete die paraguayische Zulassung als die “teuerste im gesamten Mercosur“.

Die Forderung nach Vorauszahlung zusätzlich zu den Anschaffungskosten sei für viele Menschen “unzugänglich und antidemokratisch“. CIPAMA fordert daher die Aufhebung der Resolution oder zumindest eine drastische Senkung der Gebühren für das Nummernschild und die damit verbundenen Dienstleistungen um 75 %.

Wochenblatt / Hoy

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