Zu wenig Lohn, kein Urlaub, kein Weihnachtsgeld und keine bezahlten Überstunden

Luque: Das Ministerium für Arbeit, Beschäftigung und soziale Sicherheit (Mtess) teilte am Mittwoch mit, dass die auf einer Baustelle in Luque ums Leben gekommenen Arbeiter nicht beim staatlichen Fürsorgedienst IPS angemeldet waren und somit keine Versicherung hatten.

Bei den Verstorbenen handelt es sich um Fernando David Torres Domínguez, 20, Esteban Rodas Maciel, 21, und Mauro Daniel Giménez, 26. Die drei arbeiteten unter der Leitung des Ingenieurs Juan Pablo Melgarejo vom Konsortium Norteco an einem Regenwasserkanal in einer privaten Wohnanlage.

Dieses Konsortium hat 10 beim Arbeitsministerium registrierte Mitarbeiter, von denen keiner zu den Arbeitern gehört, die acht Meter unter der Erde verschüttet wurden.

Der Vorsitzende der Gewerkschaft Central Unitaria de Trabajadores Autentica (CUT-A), Bernardo Rojas, erklärte, dass die Rechte der Arbeiter historisch gesehen nie respektiert wurden und dies nichts Neues sei.

„Die Arbeiter sind der am meisten ausgegrenzte Sektor in der Bauindustrie. Die Verantwortlichen müssen ins Gefängnis gehen. Ein Genosse kann nicht ohne Lebensversicherung auf ein Gerüst gehoben werden, er muss auch ausgerüstet werden. Wir prangern immer an. Das Ministerium muss eingreifen und Maßnahmen ergreifen“, fügte Rojas hinzu.

Er sagte, dass viele Arbeitnehmer nicht das bekommen, worauf sie Anspruch haben, dass sie keinen Urlaub, kein Weihnachtsgeld und nicht einmal Überstunden bezahlt bekommen. Er betonte, dass die Gewerkschaften seit Jahren auf die Schwierigkeiten der Bauarbeiter hinweisen und dass dies ein großes Problem ist und bleiben wird.

Er betonte, dass es nie einen Arbeitgeber geben wird, der Bauunternehmer ist und ein Personal unter seiner Verantwortung hat, sondern immer einen Subunternehmer, der nicht beim Arbeitsministerium registriert ist und u.a. nicht sozialversichert ist.

Er erinnerte daran, dass sie bereits Beschwerden und Anträge gestellt haben, ohne dass der Staat darauf reagiert hätte. „Wir beklagen dies immer wieder. Das Ministerium muss eingreifen und Maßnahmen ergreifen. „Wir haben Anzeigen eingereicht, die wir nie gewonnen haben“, schloss Rojas.

Kriminelle Ungewissheit

Die Bauarbeiter starben, nachdem Erdreich aus einem Regenwasserkanal, an dem sie arbeiteten, auf sie herabgestürzt war.

Nach Angaben des Hauptmanns der Freiwilligen Feuerwehr Paraguays, Ray Mendoza, verfügten die Männer nicht über die für ihre Arbeit erforderliche Sicherheitsausrüstung. Außerdem verfügte der Graben nicht über eine Struktur, die einen möglichen Einsturz hätte verhindern können.

Wegen dieser Unregelmäßigkeiten wird das Arbeitsministerium eine Untersuchung einleiten, und der Fall steht unter der Aufsicht des Staatsanwalts Augusto Ledesma. Der Staatsanwalt kündigte an, dass er u. a. wegen des Vorwurfs der gefährlichen Tätigkeit im Baugewerbe ermittle. Das Konsortium wurde für 10 Tage suspendiert.

Die Staatsanwaltschaft kündigte die Eröffnung der Ermittlungen zum tödlichen Einsturz einer Baustelle in Luque an. Der mit dem Fall betraute Staatsanwalt Augusto Ledesma sagte, dass der mutmaßliche Straftatbestand „gefährliche Tätigkeiten im Baugewerbe und andere“ untersucht werde.

Ledesma versicherte, dass er Berichte vom Arbeitsministerium anfordern werde, um zu prüfen, ob die Arbeiten unter den entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen durchgeführt wurden und ob der Ort für die durchgeführten Ausgrabungen geeignet war, da er zum Zeitpunkt des Niedergangs des Geländes nicht geeignet war.

Wochenblatt / Última Hora

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8 Kommentare zu “Zu wenig Lohn, kein Urlaub, kein Weihnachtsgeld und keine bezahlten Überstunden

  1. Das war zu erwarten, das die Bolschewisten aus ihren Gewerkschafts Löchern kommen, um den Tod der Maenner fuer ihre Ziele auszuschlachten?

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    1. DerEulenspiegel

      Sind Sie irre? Da verunglücken Bauarbeiter, weil die Baufirma nicht ihren Pflichten nachkommt, ihr Personal und die Baustelle ordentlich zu sichern. Anschließend stellt sich noch heraus, daß die Verunglü´ckten nicht einmal versichert waren. Wenn man genau nachschaut, hatte der Arbeitgeber den Arbeitern die Soziallversicherungsbeiträge bei den Löhnen einbehalten, jedoch nicht an die IPS abgeführt. Würde mich nicht wundern. Dazu ist nur festzustellen:
      1. Die Baufirma ist für mich eine Verbrecherbande und deren Verantwortlichen gehören hinter Gittern
      2. Die großkotzig auftretenden Colorados, die PY seit 70 Jahren regieren haben es bis heute nicht geschafft, daß es ordentliche Gesetze bezüglich Arbeitssicherheiten und Sozialversicherungspflichten für Arbeiter und Angestellt gibt. Bzw. daß diese Verordnungen regelmäßig überprüft werden..
      Und nun schwafeln Sie hier von „Bolschewisten der Gewerkschaften“ die zu Recht diese kriminellen Handlungen anprangern! Wirklich nur noch irre!

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      1. Manni! Du solltest auch mal nachdenken. Viele Arbeitnehmer wollen garnicht versichert sein, weil die eh nichts davon rausbekommen, denn die Kassen der IPS sind leer. Auch der Arbeitnehmer muss 9% seines Lohnes abführen. Wenn natürlich ein Arbeitgeber denen die 9% vom Lohn abzieht und diese nicht abführt, dann hast Du Recht, das ist ein Verbrechen, aber nicht an der Versicherung sondern am Arbeitnehmer.
        Es gibt eine Versicherungspflicht für Arbeitnehmer, aber keiner Will diese, weil diese Gelder in die Taschen der Amigos fließen.

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  2. Die Bauarbeiter sind die ärmsten Teufel, weil viele von ihnen aus den Armenvierteln kommen und keine Ausbildung haben. Und wenn drei draufgehen, egal, gibt noch zehn andere, die nachkommen könnten.
    Die Baufirmen, die ja auch gerne in ihren Webseiten ihre so gelobte „Responsabilidad social“ anpreisen, ist das alles egal. Ein Verbau hätte das Leben von denen gerettet, aber das kostet eben Geld. Und das gehört schließlich in die Hände des Unternehmers, nicht in die Sicherheit von Bauarbeitern.
    Wer seine Leute so dreckig behandelt, soll bitte ins Gefängnis wandern.

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  3. Ein Bauhelfer ohne jede Ausbildung bekommt 100tsd am Tag, qualifizierte ab 150tsd am Tag. Das hat nichts mit armer Teufel zu tun. Der Tod der 3 hat ausschliesslich mit fehlender Ausbildung zu tun. Wer eine Facharbeiter Ausbildung auf dem Bau hat , der erkennt Gefahren frühzeitig und vermeidet diese weitgehend. Bei einem Graben von der gezeigten Breite genügt es sich nicht in den Schatten der Schachtwaende zu setzen um sich dem Tetere zu widmen sondern in die Schachtmitte . Das Schachtwaende abbrechen koennen , insbesondere nach Regen und das auch weicher Sand töten kann dürfte den Getöteten aufgrund fehlender Ausbildung nicht bekannt gewesen sein. Das man man aber weder ihnen noch ihrem wahrscheinlich genau so ahnungslosen Chef vorwerfen

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    1. Heinz, das ist richtig was Du sagst, z.t. zumindest. Ich kenne verschiedene Baufirmen, die Ihren Arbeitern sämtliche Sicherheitsmaßnahmen zur Verfügung stellen und die Arbeiter auch darauf hinweisen diese zu benutzen. Aer aus Faulheit und Ignorranz der Arbeiter werden diese nicht eingehalten. Man braucht ja nur mal in den Straßenverkehr schauen. Alle wissen um die Sicherheit, keinen kümmert es. Klar ist es Sache des Chefs, das zu kontrollieren, dafür setzt man ja einen“ besser bezahlten“ Vorarbeiter/ Polier ein.

  4. Die Gewerkschafts Bolschewisten werfen dem Chef der Bauarbeiter vor zu wenig Urlaub gewaehrt, kein Weihnachtsgeld gezahlt zu haben und zu wenig Lohn zu zahlen und zudem die Bauarbeiter nicht bei der IPS versichert zu haben. Gemäss dieser Linksextremisten haetten also viel Urlaub, viel Weihnachtsgeld, viel Lohn und eine IPS Versicherung den Tod der Bauarbeiter verhindert? Das meine ich mit dem Ausschlachten des Todes der 3 zu eigenen bolschewistischen Zwecken.
    Es fehlt nur noch deren Behauptung , das eine Zwangsmitgliedschaft in der Gewerkschaft den Unfall verhindert hätte.
    EIne Vielzahl der Paraguayern will keinesfalls eine Sozialversicherung, da diese zum einen auch ihr verdientes Geld kostet, nahezu keine Leistungen erbringt und zudem ihr Einkommen offiziell abrufbar und damit pfändbar wird.

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  5. I dä Schwitzzzzz, machens dat eben auch so wie auf dem Foto (Link unten). Aber dort habens ja auch ein Käppli aufi. Vermutlich, weil i dä Schwitzzzzz so ein Ingenieur jahrelang studiert, um dat zu können, was ein hiesig Ingenieur bei 14 Tage Papá über die Schultern gucken auch kann.
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