Kolonie Independencia: Am vergangenen Samstag fand die 43. Generalversammlung der Kooperative Carlos Pfannl statt. Es war die erste virtuelle Präsentation der Geschäftsführung nach zwei Jahren aufgrund der Einschränkungen im Rahmen der Covid-19-Pandemie.
Mehr als 200 Personen waren bei der Versammlung am Sportplatz in der Kolonie Carlos Pfannl anwesend. Insgesamt hat die Kooperative rund 3.600 Mitglieder von denen etwa 1.800 stimmberechtigt gewesen wären, weil sie mit ihren Verpflichtungen auf dem aktuellsten Stand sind, um bei den Wahlen für das Präsidium und Beisitzern ihr Votum abgeben zu können.
Enrique Bohnert (2. von links im Beitragsbild), der Präsident der Kooperative Carlos Pfannl, eröffnete um 09:00 Uhr die Generalversammlung, die gegen 10:15 Uhr beendet war. Eine halbe Stunde später war das Wahllokal in der Kooperative besetzt. Bis um 16:00 Uhr hatte man die Möglichkeit, seine Stimme abzugeben.
Eugen Eschgfäller (Bildmitte), Geschäftsführer der Genossenschaft, las den Rechenschaftsbericht vor, der ohne Gegenstimme genehmigt wurde.
Ein großes Standbein der Kooperative ist sicher die Geflügelproduktion der Marke ‘Pollo de Corall‘, die mittlerweile immer mehr bekannt ist und deren Qualität geschätzt wird. In den letzten Jahren wurden die Einrichtungen des Schlachthofs und der Produktion immer mehr modernisiert.
In Zukunft dürfte ein weiteres Highlight sicherlich die geplante Zuckerrohrfabrik sein, dessen Bau schon begonnen hat und zügig voranschreitet. Geplant ist, den Betrieb nächstes Jahr aufzunehmen, jedoch könnte dieses Vorhaben auch erst 2024 Realität werden. Im ersten Jahr soll nur Alkohol produziert werden, dann Zucker. Wie hoch die prozentuale Beteiligung der Kooperative an dem Investor der Fabrik sein wird und weitere Vertragsdetails sind noch nicht genau ausgehandelt worden. Sicher ist auf jedem Fall, dass dies Investition der gesamten Region zugutekommen wird, denn genau um die Genossenschaft herum liegen viele Zuckerrohrfelder.
1977 wurde die Kooperative Carlos Pfannl gegründet. 41 Unterzeichner schafften es, eine Idee zu erschaffen, die als Zentrum für die Sammlung und Vermarktung von Produkten der Erzeuger in der Region dienen soll. Gestern fand die 40-jährige Gründungsfeier statt.
Österreich unterstütze den Aufbau der Genossenschaft im Departement Guairá mit einem Startkapital. Zur Anfangszeit wurden die Produkte Mais und Soja vermarktet. Im ersten Verwaltungsrat befand sich der Präsident Peter Schaefer, Vizevorsitzender war Herbert Vogel, Sekretär Humberto Lopitzberger und Kassier Michel Huber.
Dieses Jahr feiert die Kooperative ihr 45-jähriges Bestehen. Im Wandel der Zeit ist die Genossenschaft auch eine Anlaufstelle für viele Neueinwanderer geworden. In erster Linie, weil Deutsch gesprochen wird und Geldüberweisungen aus dem Ausland oder auch auf umgekehrten Weg problemlos möglich sind. Viele der Neuankömmlinge eröffnen ein Bankkonto, um die geforderten 5.000 USD für ihre Einwanderungsdokumente hinterlegen zu können, sich ihre Rente überweisen lassen zu können oder einfach um Geld rentabel anzulegen.
Vor 4 Jahren wurde bei einem Überfall mit Geiselnahme der Geschäftsführer der Kooperative Carlos Pfannl, Wilfrido Metzinger, erschossen. Dies war ein harter Schlag für die Genossenschaft, die sich aber in kürzester Zeit neu formatierte und jetzt auf soliden Beinen steht.
Noch zum Abschluss das Ergebnis bei den Zuwahlen für die Vorstandschaft der Kooperative Carlos Pfannl. Neu hinzugekommen sind in das Gremium Carlos Eder Baierling, Heike Selinger Stockel, Dietmar Pompe und Marvin Stein.
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