78 % des Lohns für Brot und Milch: Die bittere Wahrheit hinter der Statistik

Asunción: Der Präsident des zentralen Gewerkschaftsbundes “Central Unitaria de Trabajadores Auténtica“ (CUT-A), Bernardo Rojas, hat den offiziellen Bericht abgelehnt, der einen Rückgang der Armut in Paraguay im Jahr 2025 ausweist.

Den veröffentlichten Daten zufolge sank die allgemeine Armut auf 16 %, was einem Rückgang von 3,6 Prozentpunkten entspricht – damit hätten über 213.000 Menschen die Armutsgrenze überschritten. Ebenso sank die extreme Armut auf 2,4 %, wodurch mehr als 81.000 Personen diese Situation hinter sich gelassen haben sollen.

Der Gewerkschaftsführer erklärte jedoch, dass diese Zahlen “keinerlei Glaubwürdigkeit“ besäßen und fragte rhetorisch, wo sich die Menschen befänden, die angeblich der Armut entkommen seien. Er betonte, dass die Realität des Landes ein anderes Szenario zeige, das durch niedrige Löhne, Arbeitslosigkeit und Landflucht geprägt sei.

Rojas behauptete zudem, dass in Paraguay “keine Mittelschicht existiert“, sondern eine Mehrheit der Bevölkerung unter Bedingungen der Armut oder extremen Armut lebe, während einer kleinen Gruppe von Personen sehr hohe Einkommen gegenüberstünden.

Ebenfalls kritisierte er die Methodik zur Messung der Lebenshaltungskosten. Die aktuellen Studien würden die reale Situation der Arbeiter nicht widerspiegeln. In diesem Sinne schlug er vor, eine Analyse auf Basis von mindestens 120 Grundnahrungsmitteln zu erstellen, wobei der Schwerpunkt primär auf der Ernährung liegen müsse.

Abschließend wies er darauf hin, dass etwa 78 % des Arbeitnehmerlohns allein für den Kauf von Lebensmitteln aufgewendet werden müsse. Dies sei ein klarer Beweis für den wirtschaftlichen Druck, unter dem die schwächsten Bevölkerungsschichten stünden.

Wochenblatt / Megacadena

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