Im System gefangen

Asunción: Die meisten Minister des Obersten Gerichtshofes sind in Quarantäne, haben die Aktivitäten im Justizpalast wieder runtergefahren und kündigten ernste Konsequenzen an, wenn Angestellte aus ihrem System am sozialen Leben in ihrer Freizeit teilnehmen.

Ähnlich wie vor Monaten sind im Justizpalast kaum noch Anträge einzubringen, wieder einmal liegt alles auf Eis. Corona ist schuld oder die Minister, die sich, so scheint es, Rechte rausnehmen, die ihnen nicht zusehen. Einerseits sorgen sie so dafür, dass die Zahllosen Anwälte des Landes keine Einkünfte haben und andererseits verbieten sie ihren tausenden Angestellten in Restaurants, Bars oder anderen Lokalitäten zu gehen, wo man auf eine andere Person treffen könnte.

Der Präsident des Obersten Gerichtshofes, Alberto Martinez Simon (Beitragsbild), forderte bei einem Interview mit dem Journalist Roberto Perez die Leute dazu auf, “ihm Fotos von Angestellten des Justizapparates zu senden, wo diese auf sozialen Events teilnehmen, um so entsprechende Maßnahmen einleiten zu können“. Gemeint sind damit interne Ermittlungsverfahren, die gerne mit eine dauerhaften Entbindung von den Aktivitäten enden.

Den Tausenden wird also auch über ihre Arbeitszeit hinaus vorgeschrieben was sie in ihrer Freizeit unterlassen sollen, während Bürger aller anderer Schichten diesen Aktivitäten nachgehen dürfen. Es ist nur logisch, dass hier Unmut und Frust zutage kommt, wenngleich auch ohne viel Volumen, denn wer will schon dem Präsident des Obersten Gerichtshofes widersprechen.

Wochenblatt / Twitter

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5 Kommentare zu “Im System gefangen

  1. Geht man jetzt schon 2 Monate vorher in den Sommerurlaub. Eine Unverschämtheit was die sich hier heraus nehmen. Das zum Thema Demokratie auf der ganzen Welt. Man kontrolliert seine Angestellten und fordert andere auf sie zu bespitzeln. Super was kommt noch? Das Volk wird eingesperrt, die Arbeitsplätze vernichtet und die Herrschaften machen Sonderurlaub auf Kosten der Bürger. Das Land wird wie überall wirtschaftlich ruiniert. Man kann nur noch den Kopf schütteln.

    1. Der Sommerurlaub für Justizangestellte hat vor dem Uhhh-Viru-V2.0-Zeitalter nur drei Monate gedauert, da können sie sich weitere kurze zwei Monate schon zugestehen. Das Beste, diese Leute werden sich an das Uhhh-Viru-V2.0-Zeitalter – vom Steuerzahler bezahlte fünf Monate + Winterferien und 999 Zulagen – pro Jahr gewöhnen. Schlecht ist natürlich, dass sie dieses Amtsjahr (Februar 1620 bis Februar 1621 Lokalzeit) vom Steuerzahler satte 12 Monate bezahlte Ferien hatten und dabei nicht einmal einer Zweit- und Drittbeschäftigung nachgehen konnten.

  2. DerEulenspiegel

    Ist doch wirklich sehr merkwürdig, daß sich ausgerechnet die meisten Minister des Obersten Gerichtshofes in Quarantäne befinden. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.