Was wäre denn die Alternative?

Asunción: Damit Paraguay sich entwickelt braucht es eine funktionierende Infrastruktur. Diese ergibt sich, unter anderem, aus asphaltierten Straßen, an denen es trotz ständiger Straßenbaumaßnahmen noch mangelt.

Um diesem Ungleichgewicht entgegenzuwirken, wurde unter der Abdo-Regierung viel getan. Doch genau dies wird nun dem Präsident angelastet, da seine Familie, seit Jahrzehnten eine der wenigen ist, die Aspahltprodukte importiert.

Wenn es nach den Experten aus dem Sektor geht, ist dieser Fortschritt normal und notwendig. Wenn es nach einem Geschäftsmann geht, der über 200 Millionen US-Dollar in eine Zementindustrie investierte, um auch damit Straßen zu bauen, ist das politische Einflussnahme. Horacio Cartes, der am liebsten tausende Kilometer mit zementierten Straßen im Land sehen würde, ist der Import von Asphalt ein Dorn im Auge, ganz besonders, wenn der aktuelle Präsident, Mario Abdo Benítez, seine Hände da mit drin hat.

„Die Priorität, die Abdo dem Straßenbau eingeräumt hat und die er in seinem letzten Geschäftsbericht als große Errungenschaft darstellte, indem er eine Rekordzahl an asphaltierten Kilometern verkündete, bedeutet einen perfekten Kreislauf für sein Geschäft mit den öffentlichen Arbeiten, denn das Unternehmen, das vor der Obersten Rechnungskontrollbehörde der Republik (CGR) eine Erklärung abgab, lag auf dem ersten Platz in der Menge der Importe, der dreimal so groß ist wie der des Unternehmens, das auf dem zweiten Platz der Rangliste steht“, heißt es in der heutigen Ausgabe der La Nación aus dem hause Cartes.

„Von 23,5 Milliarden Guaranies an Asphaltimporten im Jahr 2018 kletterten die Einkäufe der vom Präsidenten gegründeten Firma Aldia S.A. auf 127 Milliarden Guaranies im Jahr 2021, was einer Steigerung von 450% entspricht, mit dem Boom an Asphaltierungsarbeiten aus der Hand seines Kandidaten Arnoldo Wiens“, heißt es weiter.

„Aus den offiziellen Dokumenten geht hervor, dass Abdo den Großteil seines Einkommens aus dem Privatsektor bezieht, und zwar durch die Vereinnahmung von Dividenden als Anteilseigner, und zwar in dem Unternehmen das Asphalt an die Auftragnehmer des MOPC verkauft“, berichtet La Nación.

Im Gegensatz dazu steht der Plan Cartes’ viele Straßen des Landes, wenn möglich unter einer Regierung seines Kandidaten, zu zementieren, was wohl zu erwarten wird, wenn Santiago Peña gewinnen sollte. Dass dieses Wachstum dann ihm angekreidet wird, ist eher unwahrscheinlich, denn man verbindet solche Infromationen gerne mit der Schaffung von Arbeitsplätzen. Dass mit den Arbeiten unter Abdo Arbeitsplätze im Privatsektor geschaffen und erhalten bleiben ist zwar logisch, wird jedoch so nicht explizit erklärt.

Wochenblatt / La Nación

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12 Kommentare zu “Was wäre denn die Alternative?

  1. DerEulenspiegel

    Eine gute Alternative zum Straßenbau wären endlich mal der Aufbau von Eisenbahnverbindungen. Das würde die Straßen entlasten, für deren Erhalt ohnehin nie genug Geld vorhanden sein wird. Doch dagegen werden sich sogleich die Speditieure wenden, zumal viele Politiker in diesem Geschäft involtiert sind. So ist das eben, in einer korrupten Amigo- und Parteiwirtschaft. Nicht das Allgemeinwohl ist das Ziel, sondern wie kann man seine Taschen am besten und schnellsten füllen.

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  2. Ja, das ist wirklich nett, schön und uneigennützig des amtierenden Präsidenten. Fast schon unglaublich, aber wahr, wie nett, schön und uneigennützig hiesig Politiker stets handeln. Irgendwann muss wohl auch einer Präsident gewesen sein, der Aktion von Schokoladenhersteller besaß. Davon sind heute noch viele ähm Straßen um die Schlaglöcher herum übrig.

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  3. Da sagt der Geschäftsmann: Sehr clever, wirklich clever! Man macht fette Geschäfte in Krisenzeiten und kann der Bevölkerung auch noch sagen, wie unglaublich viel man für die Infrastruktur tut. Deswegen ist auch dieser Hansel Abdo bei jeder Einweihung von 1 km Asphaltstraße im tiefsten Chaco immer präsent. Ein Herzensanliegen, was die Taschen füllt. Ein echter Geschäftsmann, der Abdo. Und wenn der Kilometer Asphaltstraße in etwa mitteleuropäisches Preisniveau bei fünftklassiger Qualität hat, dann freut es auch den Straßenbauunternehmer.

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    1. DerEulenspiegel

      Es gibt in PY nur einen einzigen „Geschäftsmann“ der als EX-Präsident halb Paraguay unter seinen Nägel gerissen und korrumpiert hat!! Der Name dürfte allen bekannt sein.

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    2. Der Kilometer Asphalt im Paragauy ist bis zu 9 Mal teurer als in zivilisierten Ländern. Dafür strebt seine Belagsdicke gegen Null 🙂
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      Warum ist Asphalt so teuer und selten in Paraguay?
      https://wochenblatt.cc/warum-ist-asphalt-so-teuer-und-selten-in-paraguay/

      1. 9-mal so teurer… Halleluja. Die Belagsdicke ist gar nicht so entscheidend.
        In Europa setzt man zuerst eine dicke Frostschutzpackung rein, dann eine ordentlich Tragschicht und dann erst den Belag. Entscheidend ist eine sauber planierte Tragschicht – und der Frostschutz setzt Lasten natürlich auch noch gut ins Bodenreich um. Oft wird dann auch noch eine Bodenverbesserung (Kalkzugabe bei lehmigen Böden) gemacht.
        In Paraguay wird nur an den Rutas eine Tragschicht gelegt und die ist nicht immer sauber planiert – kommt halt an den Baumaschinenführer an, wenn der kein Bock mehr hat zu planieren – auch egal. In den Straßen innerhalb der Städte wird ja noch dilettantischer vorgegangen. Da wird einfach nur auf dem höchst unregelmäßigen Empedrado Asphalt draufgeklatscht.

        1. Vor zwei-drei Monaten war ich in Asuncion und habe in einem Wohnquartier ein Regierungsgebäude gesucht. Steckte ein Frau mit ihrem Auto mit einem Rad in einem Loch mitten in der Asphaltstraße, das noch mitten in der Kreuzung. Da ich da parken musste bin ich zu ihr hin, ob ich etwas helfen kann. Jedenfalls war unter dem Asphalt das Loch noch viel größer. Unterspült. Das ist einfach nur noch gefährlich und fahrlässig von der Stadtverwaltung. Und dilettantisch umgesetzt.
          Wie alles hierzulande, es wird gebastelt und den Handwerkspfuscher die Arbeit bezahlt. Als ob es dann nie mehr regnen würde.

  4. Diese leute sind keine politiker sondern unternehmer, die den staat benutzen. Unternehmertum und wirtschaft hat auch nichts mit fortschritt an sich zu tun. Es ist ein vermarkten. Fortschritt ist technisch. Wenn also die qualität zu gut ist, sprich der forscher seine arbeit gemacht hat, ist er in jedem fall draussen weil man so keinen gewinn machen kann. Der fortschritt muss schon eine impfung sein, die am besten alle 3 monate gemacht werden muss oder strassen, die alle jahre wieder….

  5. Glaubt ihr im Ernst, daß das nur hier so ist?
    In Brüssel geben sich die Lobbyisten die Klinke in die Hand und sie legen den Abgeordneten, die sie schmieren, schon fertige Gesetzesentwürfe zu ihren Gunsten vor, die dann auch meistens 1:1 umgesetzt werden.
    Und im Rest der Welt wird es nicht anders zugehen.
    Das Motto der Politiker weltweit lautet:
    Das Pferd, das an der Krippe steht und nicht frisst, hungert wohl.

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  6. monosapiens sapiens

    Wer meint, im Schutzsuchenden-Multi-Kulti Schlaraffenland Deutschland gäbe es keine Korruption, keinen Klüngel., der irrt gewaltig. Empfehlenswert:
    Roth/Nübel/Fromm: Anklage unerwünscht, Korruption und Willkür in der deutschen Justiz.

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  7. @monosapiens sapiens
    Deutschland hat bis heute die Antikorruptionscharta nicht unterschrieben.
    Denn in Deutschland gibt es keine Korruption.
    Denn die nennt sich dort Lobbyarbeit und ist völlig legal.

  8. „Jawohl, ich kenne zweierlei Menschen, solche die zu ihrem Volke stehen und solche, die ihr Volk vernichten wollen.Da gibt es für mich keine Objektivität mehr, da geht das Recht, das Wort der Gerechtigkeit verloren. Wenn hier Aufbau und dort Vernichtung stehen, bin ich nicht da um Gerechtigkeit zu üben, sondern um die Vernichtung auszurotten. Das Schicksal des Volkes verlangt gebieterisch, daß jetzt endlich mit eiserner Faust dem Taumel in den Abgrund Einhalt geboten wird.“
    Zitat Ende.
    Nun können alle raten vom wem das ist.