Asunción: Die Präsidentin der paraguayischen Gesellschaft für Endokrinologie und Metabolismus, Dr. Fabiola Romero, warnte, dass es im Land eine alarmierende Lücke bei der Diagnose von Diabetes gebe, da einer von zwei erwachsenen Betroffenen nicht wisse, dass er die Krankheit habe.
Laut der jüngsten Nationalen Umfrage zu Risikofaktoren leiden 10,6 % der Bevölkerung zwischen 18 und 65 Jahren an Diabetes, aber nur die Hälfte der Fälle erreicht tatsächlich das Gesundheitssystem.
„Es gibt eine Lücke von 50 %. Viele konsultieren keinen Arzt aus Unwissenheit, weil sie die Symptome nicht erkennen oder einfach keinen Zugang zum Gesundheitssystem haben“, erklärte die Ärztin weiter.
Sie erinnerte daran, dass Diabetes Typ 2 oft schleichend verläuft und die Anzeichen erst auftreten, wenn die Krankheit bereits fortgeschritten ist. „Diabetes ist oft symptomlos. Die Symptome zeigen sich erst, wenn der Blutzucker sehr hoch ist“, bekräftigte sie.
Die Spezialistin nannte die wichtigsten Risikofaktoren, die zu einer präventiven Untersuchung motivieren sollten:
-Über- oder Fettleibigkeit (Adipositas)
-Bewegungsmangel (Sitzende Lebensweise)
-Familiäre Vorgeschichte (Eltern oder Großeltern mit Diabetes Typ 2)
-Frauen mit einer Vorgeschichte von Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes)
„Wenn man einen dieser Faktoren hat – und ehrlich gesagt betrifft das die Mehrheit der Paraguayer – sollte man ein Screening durchführen lassen“, betonte sie.
Symptome, die Alarm schlagen sollten
Wenn sie auftreten, sind die klassischen Anzeichen die sogenannten “vier P“:
-Polydipsie: Übermäßiger Durst
-Polyurie: Sehr häufiges Wasserlassen, besonders nachts
-Polyphagie: Gesteigerter Appetit
-Unerklärlicher Gewichtsverlust
„Das sind Symptome, die viele monatelang ignorieren, bevor sie einen Arzt aufsuchen“, so die Ärztin.
Deshalb betonte sie, dass die Erkennung der Krankheit einfach sei: Eine Blutzuckermessung oder eine Untersuchung des glykosylierten Hämoglobins (HbA1c), das die Blutzuckerwerte der letzten drei Monate widerspiegelt, genüge. „Es ist eine einfache Analyse. Das Wichtigste ist, wachsam zu sein und rechtzeitig einen Arzt zu konsultieren“, unterstrich sie abschließend.
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