Forscher untersuchen Entzündungsprozesse in der paraguayischen Bevölkerung

Asunción: Entzündungen sind die Ursache für viele der Krankheiten, die die Bevölkerung am stärksten betreffen – von Infektionen bis hin zu Autoimmunerkrankungen. Da über die Mechanismen noch zu wenig bekannt ist und klare Richtlinien für den Einsatz von Entzündungsmarkern in Prävention und Therapie fehlen, treibt eine Forschergruppe der Fakultät für Chemiewissenschaften der Nationalen Universität von Asunción (FCQ-UNA) ein multizentrisches Projekt voran, um das Thema auf wissenschaftlicher Ebene anzugehen.

Die Studie mit dem Titel “Network Research in Inflammation (NRI) – Forschungsnetzwerk für Entzündungen“ wird vom Nationalen Rat für Wissenschaft und Technologie (Conacyt) mit 2.200.000.000 Guaranies unterstützt. Die Forschung untersucht auf zellulärer und molekularer Ebene, wie sich Entzündungen bei Krankheiten verhalten, die für die paraguayische Bevölkerung von hoher sozialer Relevanz sind.

Zwei Schwerpunkte

Das Projekt konzentriert sich auf zwei Hauptachsen: Autoimmunerkrankungen wie Lupus und Infektionskrankheiten, insbesondere Virushepatitis. Während eine Entzündung eine natürliche Reaktion des Körpers auf Infektionen oder Schäden ist, kann sie bei übermäßiger oder anhaltender Dauer schwere Verletzungen und chronische Leiden verursachen.

„Das Problem entsteht, wenn diese Reaktion über Monate oder Jahre anhält und beginnt, dem eigenen Organismus zu schaden“, erklärt Dr. Patricia Langjahr, Biochemikerin und Hauptleiterin des Projekts. Die Initiative wird von der FCQ-UNA angeführt und von der Fakultät für Medizinwissenschaften (FCM-UNA) sowie der Paraguayischen Gesellschaft für Rheumatologie unterstützt.

Einer der größten Beiträge der Studie wird die Generierung landeseigener Daten sein. Bisher stammt der Großteil der verfügbaren Informationen aus Europa, den USA oder Asien – Regionen mit völlig anderen genetischen und ökologischen Voraussetzungen. Faktoren wie Klima, Genetik und Lebensbedingungen beeinflussen den Verlauf dieser Krankheiten. Lokale Daten ermöglichen daher medizinische Entscheidungen, die besser auf die paraguayische Realität zugeschnitten sind.

Grundlagenforschung und klinische Anwendung

Das Projekt verbindet Laborarbeit mit klinischer Praxis. In den Laboren werden Proteine und Zellen analysiert, um Marker für schwere Verläufe oder Komplikationsrisiken zu identifizieren. Parallel dazu sammeln klinische Teams epidemiologische Informationen direkt bei den Patienten. Neben dem Wissensgewinn zielt das Netzwerk darauf ab, hochspezialisierte Fachkräfte auszubilden und die nationalen wissenschaftlichen Kapazitäten in einem strategisch wichtigen Bereich der öffentlichen Gesundheit zu festigen.

Wochenblatt / La Nación

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