Vom angehenden Politiker zum Massenmörder: Die dunkle Geschichte eines Verrückten am Steuer

Acahay: Letzten Freitag jährte sich die Tragödie von Acahay zum 33. Mal – eines der erschütterndsten Ereignisse der jüngeren Geschichte Paraguays. Hauptakteur war der Notar José Vidal Céspedes, später bekannt als “El Loco del Volante“ (Der Verrückte am Steuer).

Am Steuer eines Mitsubishi Montero tötete er sieben Menschen und verletzte neun weitere während eines hasserfüllten Ausbruchs, der die Straßen der Stadt in Terror versetzte.

Die Tragödie ereignete sich 1993 während des traditionellen “Oropel“-Festes, einer Feier, die Familien und Nachbarn zusammenbringt. Der 39-jährige Céspedes war an diesem Tag aus La Paloma (Canindeyú) angereist, um seine Geburtsstadt zu besuchen. Stunden vor der Amokfahrt verbrachte er den Nachmittag mit seiner Familie an einem Bach. Trotz eines strikten Verbots aufgrund einer Bauchspeicheldrüsenoperation konsumierte er während des Mittagessens Alkohol zusammen mit starken Medikamenten.

Alkohol und Medikamente Laut Familienangaben veränderte sich sein Verhalten nach dem Mittagessen; er hatte einen starren Blick und wirkte aufgewühlt. Gegen 16:00 Uhr zwang er seine Frau und Kinder gewaltsam in den Wagen. Während der Fahrt beschleunigte er abrupt, was die Kinder in Panik versetzte. Schließlich hielt er an, zwang seine Familie auszusteigen und raste allein in Richtung Stadtzentrum.

Auf seinem Weg rammte er vorsätzlich jeden, der seinen Pfad kreuzte. Die Bilanz: Sieben Tote, darunter die vierjährige Shirley Andrea Acuña, neun Verletzte und ein getötetes Pferd.

Erschütterung

Der Fall löste landesweites Entsetzen aus, auch weil der Täter in der Region als freundlich bekannt war und sogar für das Abgeordnetenhaus kandidieren wollte. Nach der Tat versteckte sich Vidal in einem Zuckerrohrfeld, wo er Stunden später festgenommen wurde. Er behauptete, sich an nichts erinnern zu können – eine Version, die die Ermittler nie überzeugte.

Céspedes wurde zunächst zu 25 Jahren Haft verurteilt (später auf 22 reduziert). Er verstarb 2011 an den Folgen von Diabetes. Auch nach über drei Jahrzehnten bleibt die Tragödie von Acahay als Mahnmal für den Horror unkontrollierter Gewalt im kollektiven Gedächtnis lebendig.

Wochenblatt / La Nación

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