Das Schweigen der Wälder: Mysteriöser Tod eines Kälbchens erschüttert Paso Pucú

Pilar: In den Wäldern des Hinterlandes, wo das Schweigen mehr sagt als Worte und der Wind uralte Geheimnisse zu flüstern scheint, spricht man noch immer von Wesen, die nicht von dieser Welt sind.

Der Pombéro, der Jasy Jatere und die gefürchtete Malavisión sind fester Bestandteil der Ängste der Menschen – zu jeder Tageszeit, ungeachtet der Dunkelheit oder des Sonnenlichts.

Genau dort, in Paso Pucú im Departement Ñeembucú, wo man schon früher seltsame Dinge sah, berichtete die 43-jährige Bartola Florentin von dem Schreck ihres Lebens: Sie fanden ein totes Kälbchen – ohne Augen und ohne Zunge.

„So etwas haben wir hier noch nie gesehen, obwohl wir schon von vielen ähnlichen Fällen in anderen Teilen des Landes gehört haben“, erzählte sie. Für sie war dies weder das Werk eines Tieres noch eines Menschen. „Das war die Tat eines bösen Geistes, von Malavisión“, versicherte sie.

„Es kommt wie der Wind, sieht aus wie ein Wirbelsturm und stößt einen gellenden Schrei aus, der einem eine Gänsehaut über den ganzen Körper jagt. Das gab es schon immer; meine Großeltern erzählten uns früher, dass dieses Wesen die Tiere aussaugt, sie ohne einen Tropfen Blut und ohne Spuren von Gewalt zurücklässt. Leute, die nicht auf dem Land leben, spotten darüber, aber diese Dinge existieren. Im Landesinneren geschehen Dinge, die viele nicht glauben“, berichtete Florentin noch immer fassungslos.

Die Frau bekräftigte, dass der Vorfall mit dem Tier äußerst seltsam war: „Es war kein wildes Tier. Es war etwas, das man nicht sieht, dessen Anwesenheit man aber spürt. Das Seltsamste ist, dass nicht einmal die Geier an das Kalb herangingen, als hätten selbst sie Angst vor dem, was passiert ist“, fügte die Betroffene an.

Für die Bewohner der Gegend gibt es keine Zweifel. „Wir glauben einfach, dass es Malavisión war, der die Augen und die Zunge entfernt hat, etwas anderes kann es nicht sein. Das Kalb hat nicht einmal geschrien; niemand hat etwas gesehen oder gehört. Man hat es einfach so aufgefunden. Das ist nun mal das Werk des bösen Geistes. Solche Dinge existieren dort, wo es Wald gibt; wir, die wir im Inneren des Landes leben, wissen das“, betonte sie abschließend.

Wochenblatt / Cronica

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