Kinderschutz im Alarmzustand: Massive Zunahme von Misshandlungen in Paraguay

Asunción: Der erste Monat des Jahres schloss mit einem besorgniserregenden Bericht über 1.102 Kinder und Jugendliche in prekären Situationen in Paraguay ab, so die Daten des Ministeriums für Kinder und Jugendliche (MINNA). Zu den häufigsten Fällen gehören die Verletzung der Fürsorgepflicht, Kindesmisshandlung und Obdachlosigkeit.

Dem Bericht zufolge wurden im Januar insgesamt 1.313 Rechtsverletzungen registriert, wovon 51 % auf Mädchen und 49 % auf Jungen entfallen. Die Verletzung der Fürsorgepflicht war mit 456 Meldungen die am häufigsten angezeigte Situation, während Kindesmisshandlung 360 Fälle erreichte. Zudem leben 144 Kinder und Jugendliche auf der Straße. Diese werden von Fällen der Ausbeutung oder Kinderarbeit unterschieden, da es diesen Minderjährigen an einer erwachsenen Bezugsperson fehlt oder sie die Rückkehr in ihr Zuhause verweigern.

Der Bericht verzeichnet zudem 110 Anzeigen wegen sexuellem Missbrauch und 9 Fälle von sexueller Ausbeutung. Darüber hinaus wurden im Januar fünf Kinder infolge von Femiziden zu Waisen. Insgesamt gingen 513 Notrufe über die kostenlose Hotline 147 Fono Ayuda ein.

Dabei kann jeder Anruf mehr als eine Rechtsverletzung beinhalten; beispielsweise kann eine Anzeige mehrere Geschwister mit unterschiedlichen Problemen betreffen, wie etwa Misshandlung, Arbeitsausbeutung oder mangelnde elterliche Fürsorge. Alle Anzeigen werden an die Justizbehörden weitergeleitet, während die Soforteinsatzteams, bekannt als #ChalecosRojos (Rotwesten), die Nachsorge und Unterstützung im jeweiligen Einzelfall übernehmen.

Die Hotline 147 bietet nicht nur emotionale Unterstützung und kostenlose Beratung, sondern fungiert auch als Brücke zu Institutionen wie der Nationalpolizei, der Staatsanwaltschaft und der öffentlichen Verteidigung, um eine umfassende Intervention zu gewährleisten.

Die Behörden erinnern daran, dass der Schutz von Kindern in der Verantwortung der gesamten Gesellschaft liegt. Bei Gewaltvorkommnissen wird die Bevölkerung dringend gebeten, die Nummern 147 (#FonoAyuda), 911 (Polizei) oder 133 (Öffentliche Verteidigung) zu kontaktieren.

Wochenblatt / adn digital / Beitragsbild Archiv

CC
CC
Werbung

Bitte achten Sie darauf, dass Ihre Kommentare themenbezogen sind. Die Verantwortung für den Inhalt liegt allein bei den Verfassern, die sachlich und klar formulieren sollten. Kommentare müssen in korrekter und verständlicher deutscher Sprache verfasst werden. Beleidigungen, Schimpfwörter, rassistische Äußerungen sowie Drohungen oder Einschüchterungen werden nicht toleriert und entfernt. Auch unterschwellige Beleidigungen oder übertrieben rohe und geistlose Beiträge sind unzulässig. Externe Links sind unerwüscht und werden gelöscht. Beachten Sie, dass die Kommentarfunktion keine garantierte oder dauerhafte Dienstleistung ist. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung oder Speicherung von Kommentaren. Die Entscheidung über die Löschung oder Sperrung von Beiträgen oder Nutzern die dagegen verstoßen obliegt dem Betreiber.

Kommentar hinzufügen