Abgeordneter prangert Millionen-„Geschäft“ bei Wäscherei-Vergabe im IPS an

Asunción: Der Abgeordnete Mauricio Espínola (ANR) hat am Samstag ein korruptes Geschäft bei der Auftragsvergabe für den Wäschereiservice am Institut für soziale Vorsorge (IPS) offengelegt. Er wies auf Unregelmäßigkeiten hin, legte Dokumente vor und gab an, dass der Vertrag ein Volumen von etwa 25 Millionen US-Dollar umfasst.

Inmitten einer Welle der Kritik an Medikamentenmangel, langen Wartezeiten und Geräteausfällen, die kürzlich zu einem Todesfall führten, prangerte der Abgeordnete Mauricio Espínola ein millionenschweres „Negociado“ (korruptes Geschäft) im Wäschesektor des IPS an.

„Es handelt sich nicht nur um eine Reinigungsleistung. Die Vergabe umfasst die ‚Bereitstellung von Krankenhaus-Textilien pro Ereignis‘ mit extrem hohen Stückpreisen“, so der regierungskritische Colorado-Abgeordnete in den sozialen Medien. Er erklärte, dass der Begriff „Ereignis“ nicht klar definiert sei, da er nicht an ein bestimmtes Bett, einen Patienten oder eine Menge gebunden ist. Dies erlaube es, von Beginn an das gesamte Inventar aller Einrichtungen in Rechnung zu stellen.

Überhöhte Preise für Bettlaken und Reinigung

Espínola betonte, dass dieses System es ermögliche, einen Massenkauf von Waren als Dienstleistung zu tarnen – zu Preisen von über 300.000 Gs. (ca. 40 €) pro Bettlaken.

„Auch die Reinigungskosten sind nicht verhältnismäßig. Das IPS wird mehr als 40.000 Gs. pro Kilo zahlen, während der Marktpreis bei etwa 4.000 Gs. liegt. Das eigentliche Geschäft liegt in der Erstausstattung mit Laken, die sofort hohe Rechnungen ermöglicht, gefolgt von dauerhaften Einnahmen durch die tägliche Wäsche“, erklärte er. Laut den Dokumenten hat der Mehrjahresvertrag ein Gesamtvolumen von bis zu 160 Milliarden Gs. (fast 25 Mio. USD). Den Zuschlag erhielten die Konsortien Dylav und Industrias Médicas.

Unregelmäßigkeiten im Ausschreibungsprozess

Der Parlamentarier hinterfragte zudem, warum die im November 2025 erfolgte Vergabe nicht im Portal der nationalen Behörde für öffentliches Auftragswesen (DNCP) veröffentlicht wurde. „Wenn das Geschäft so vorteilhaft für das IPS ist: Was wird verheimlicht?“, fragte er.

Noch schwerwiegender sei der Vorwurf des fehlenden Wettbewerbs. „Die Analyse der Akten zeigt gesellschaftsrechtliche Verflechtungen zwischen den Firmen, die scheinbar als Konkurrenten auftraten. Auf dem Papier stehen verschiedene Namen, in der Realität sind es dieselben Kontrollzentren“, so Espínola. Er fügte hinzu, dass das Konsortium Industrias Médicas mit anderen Bietern verflochten sei, was das Prinzip des freien Wettbewerbs verletze.

Zweifel an der Notwendigkeit

Ein weiterer Punkt, der den Abgeordneten stutzig macht: Es ist das erste Mal, dass das IPS einen solchen Vertrag ausschreibt. Er fragte, wie das System all die Jahre zuvor funktioniert habe. Er verwies darauf, dass es wirtschaftlichere Optionen gäbe, wie die Modernisierung der eigenen Wäscherei im Zentralkrankenhaus, deren Industriewaschmaschinen nach wie vor funktionieren.

Abschließend kritisierte er die Prioritätensetzung des IPS: Während in lebenswichtigen Bereichen wie der Elektromedizin zwar Geräte gekauft, aber deren Wartung nicht garantiert wird, habe man für die Wäscherei einen Vertrag entworfen, der Güter (Laken) verdeckt kauft und deren Instandhaltung langfristig zertifiziert.

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