Warum trinken immer mehr deutsche Einwanderer Mate oder Tereré?

Asunción: Dass immer mehr deutsche Einwanderer in Paraguay zu Mate und Tereré greifen, hat sowohl praktische als auch soziale Gründe. Es ist oft der erste Schritt der „Paraguayisierung“ – und mal ehrlich, bei 35- 40°C im Schatten versteht man sehr schnell, warum Tereré hier das Nationalgetränk ist.

Der Absatz von Mate und Tereré boomt im Land, trotz geringer Produktion sind es vor allem Einwanderer, die sich dazu entschließen Heimische Getränke zu benutzen.

Hier sind die Hauptgründe für diesen Trend:

1. Anpassung an das Klima (Der Tereré-Effekt)

In Paraguay ist es heiß und die Luftfeuchtigkeit oft extrem hoch. Während klassischer heißer Kaffee oder schwarzer Tee bei diesen Temperaturen eher belastend wirken, wirkt Tereré (kalter Mate mit Eis und Kräutern) Wunder:

Hydrierung: Man trinkt über den Tag verteilt automatisch zwei bis drei Liter Wasser.

Kühlung: Die Kombination aus eiskaltem Wasser und erfrischenden Heilkräutern (Yuyos) wie Minze oder Cedrón senkt die gefühlte Körpertemperatur.

2. Soziale Integration

In Paraguay ist das Trinken von Mate oder Tereré kein einsamer Akt, sondern ein soziales Ritual.

Anschluss finden: Wer in einer paraguayischen Runde „mitkreist“ (die Ronda), signalisiert Offenheit und Respekt gegenüber der lokalen Kultur.

Gesprächsöffner: Es bricht das Eis. Viele Deutsche stellen fest, dass man beim gemeinsamen Tereré-Trinken viel schneller und ungezwungener mit Nachbarn oder Geschäftspartnern ins Gespräch kommt.

3. Gesundheitliche Vorteile

Viele Einwanderer schätzen die Wirkung der Ilex-paraguariensis-Pflanze:

Wachmacher ohne Zittern: Mate enthält Koffein (oft Matein genannt), das sanfter und länger wirkt als Kaffee, ohne den typischen „Coffee-Crash“.

Nährstoffe: Mate ist reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien.

Verdauung: Die Auswahl an yuyos (Heilkräutern) lässt sich individuell anpassen – etwa zur Beruhigung des Magens oder zur Entschlackung.

4. Verfügbarkeit und Lifestyle

In Deutschland ist Mate oft ein teures Lifestyle-Getränk im Bioladen oder eine Limonade aus der Flasche. In Paraguay gehört es zum Alltag wie das Brot:

Es ist im Vergleich extrem günstig und überall verfügbar.

Das Zubehör (die Guampa, die Bombilla und die oft kunstvoll verzierten Thermoskannen) wird schnell zum Sammlerobjekt und zum Ausdruck der neuen Identität in der Wahlheimat.

Kurz gesagt: Die Deutschen tauschen die Kaffeetasse gegen die Guampa, weil es in dieser Umgebung einfach Sinn ergibt – es ist gesund, gesellig und die einzige logische Antwort auf die paraguayische Mittagssonne.

Trinkst du deinen Mate lieber traditionell heiß oder als eiskalten Tereré?

Wochenblatt

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