Massenaustritt bei der Polizei schon bei über 300, Tendenz steigend, so ein Unteroffizier im Ruhestand

Asunción: Der pensionierte Unteroffizier zweiten Ranges Fermín de León, Präsident der Vereinigung von Polizisten und Eltern von Polizisten (APPP), warnte davor, dass die Massenkündigungen von Polizisten, die mit der Rentenreform unzufrieden sind, anhalten könnten. Das Reformprojekt hat bereits die erste Hürde im Kongress genommen.

„Ich habe sie vom ersten Moment an gewarnt, und nun bewahrheitet es sich. Jeden Tag werden mehr Offiziere und Unteroffiziere ihren Antrag auf freiwillige Versetzung in den Ruhestand einreichen“, erklärte der ehemalige Beamte.

Der Polizeiführer versicherte, dass die Zahl der Kündigungswilligen bereits die 300er-Marke überschritten habe. Die Flucht aus dem Dienst werde zunehmen, da es „kein Vertrauen in den Kongress“ gebe, eine gerechte Rentenreform zu verabschieden.

Angst vor Rentenverlust

Die massiven Anträge auf vorzeitigen Ruhestand sind eine direkte Reaktion auf das Gesetz zur Änderung des Rentensystems. Zu den Kündigenden gehören Kommissare, Inspektoren und Beamte verschiedenster Dienstgrade.

Polizisten mit 15 oder mehr Dienstjahren stellen bereits jetzt ihre Anträge, aus Angst, dass sie mit dem neuen Gesetz weitere 15 oder 20 Jahre warten müssten, ohne eine Rente zu erhalten.

Auswirkungen auf die Sicherheit

Dieser Massenabgang könnte laut De León zu einer Ausdünnung der Polizeikräfte um bis zu 30 % oder sogar mehr führen. Diese Analyse steht im krassen Gegensatz zum Vorhaben von Präsident Santiago Peña, der Sicherheit zur Staatsräson erklärt und versprochen hatte, jährlich 5.000 neue Beamte einzustellen.

De León gab zu bedenken, dass die frisch graduierten Polizisten nicht über dieselbe Erfahrung verfügen wie die ausscheidenden Beamten. „Viele der Kündigenden haben 25 Jahre Erfahrung auf der Straße. In den Reihen der Polizei herrscht große Unzufriedenheit, was die Arbeitsmoral massiv schwächt, alles Dank der aktuellen Regierung“, sagte er.

Wochenblatt / Última Hora

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