Asunción: Der Krieg im Nahen Osten hat nach dem Angriff der USA und Israels auf den Iran am vergangenen Samstag bereits erste Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft. Industrieminister Marco Riquelme bestätigte, dass der Ölpreis sprunghaft angestiegen ist. Man beobachte die Ereignisse genau und analysiere die Versorgungslage sowie die Kraftstoffpreise in Paraguay.
Der Minister für Industrie und Handel berichtete, dass seit Ausbruch der Krise im Nahen Osten bereits ein Anstieg der Ölpreise um bis zu 20 % verzeichnet wurde.
„Wir haben bereits erste Reaktionen am Ölmarkt gesehen; die Preise liegen zwischen 16 und 20 % höher, was dazu führt, dass auch der Rest der Produktionskette teurer wird“, erklärte er.
Zudem führte er aus, dass sich die Steigerung bereits bei den von Paraguay importierten Derivaten widerspiegelt: „Es ist Realität, dass die internationalen Preise für Diesel und Benzin gestiegen sind – Benzin um 40 % und Diesel um 14 %.“
Dennoch stellte er klar, dass man keine voreilige Entscheidung über lokale Preisanpassungen treffen werde. „Wir haben eine mögliche Erhöhung im Blick, wollen aber nicht unverantwortlich eine endgültige Meinung abgeben, ohne vorher die Lagerbestände und andere Variablen zu berücksichtigen“, so der Minister. Dennoch steht eine Anhebung der Preise unmittelbar bevor.
Treibstoffmangel ausgeschlossen
In dieser ersten Bewertung versicherte der Minister, dass kein Risiko eines Kraftstoffmangels im Land bestehe. „Versorgungsprobleme werden wir nicht haben, das war unsere erste und wichtigste Sorge“, hielt er fest.
Das Ministerium stehe in ständigem Kontakt mit Petropar, um die aktuelle Verfügbarkeit zu analysieren. „Wir werden eine Bestandsaufnahme von allem machen, was sich derzeit im Transit befindet – das ist wichtig, da es sich um Rohstoffe handelt, die Paraguay bereits sicher hat. Zudem wissen wir, dass die Vorräte von Petropar recht umfangreich sind“, fügte er hinzu.
Geopolitische Spannungen und die Folgen für den Sprit
Riquelme erklärte weiter, dass einer der Faktoren, die die Preise nach oben treiben, die Lage im Persischen Golf sei. „Die Straße von Hormus ist aus Sicherheitsvorkehrungen im Nahen Osten zu 85 % gesperrt“, gab er zu bedenken und bezog sich damit auf die strategische Passage, durch die ein Großteil des weltweiten Erdöls transportiert wird.
„Paraguay ist ein Preisnehmer; es ist praktisch Nettoimporteur der Rohstoffe zur Kraftstoffherstellung“, erinnerte er.
Darüber hinaus erwähnte er weitere Variablen, wie die US-Kontrolle über venezolanisches Öl unter Donald Trump und die internationale Politik gegenüber verbündeten Staaten. In diesem Zusammenhang hob er die derzeit guten Beziehungen zum US-Präsidenten hervor.
Alternativen für Paraguay
Auf die Frage nach eventuellen alternativen Versorgungsquellen räumte der Minister ein, dass es mehrere Möglichkeiten gebe, die geprüft würden, vermied jedoch vorzeitige Festlegungen. Er fügte hinzu, dass es sich um einen dynamischen Prozess handele: „Dies ist etwas, das sich täglich weiterentwickeln wird, und ich denke, wir werden diese Woche noch viele Nachrichten dazu hören.“
Einzig die Besitzer von Elektrofahrzeugen sind von den Preisschwankungen bei der Versorgung mit Kraftstoffen außen vor.
Wochenblatt / Abc Color















