Selbstjustiz aus Notwehr: Bolt-Fahrerinnen schnappen Serien-Täter nach Polizeiversagen

Villa Elisa: Angesichts der Untätigkeit von Polizei und Staatsanwaltschaft hat eine Gruppe von Bolt-Fahrerinnen in Villa Elisa einen mutmaßlichen Sexualstraftäter eigenhändig gestellt und den Behörden übergeben. Der Mann wurde bereits von vier Opfern identifiziert.

Leticia Vargas, Vorsitzende des Verbandes der Bolt-Fahrerinnen, erklärte gegenüber dem Sender Telefuturo, dass sich die Fahrerinnen gezwungen sahen, eine eigene Operation zu leiten, um den Mann ausfindig zu machen, der versucht hatte, Fahrerinnen sexuell zu missbrauchen.

„Den ersten Vorfall hatten wir am 25. Februar. Eine Fahrerin nahm gegen 04:00 Uhr morgens eine Fahrt an und meldete, dass sie einen Mann zusteigen lassen würde, der explizit nach einer weiblichen Fahrerin verlangt hatte“, berichtete sie. Nur 15 Minuten später meldete die Kollegin, dass sie Opfer eines versuchten Vergewaltigungsintervalls geworden war.

„Sie hatte zunächst Angst, Anzeige zu erstatten, tat es aber schließlich doch. Wir gingen zur Staatsanwaltschaft, doch von da an gab es keinerlei Neuigkeiten mehr“, beklagte Vargas. Kurze Zeit später tauchte ein weiteres Opfer des Mannes auf, woraufhin die Frauen beschlossen, selbst zu handeln.

Wegen des Ausbleibens polizeilicher und staatsanwaltlicher Maßnahmen organisierten sich die Fahrerinnen, begannen nachzuforschen und planten einen Einsatz, um den Mann zu fassen, der den Dienst anforderte, um die Arbeiterinnen anschließend anzugreifen.

„Wir haben eine Gruppe gebildet und eine Brigade ins Leben gerufen, um den mutmaßlichen Täter, Nery Talavera, zu schnappen“, erklärte Vargas. Als der Mann in eines der Fahrzeuge stieg, gelang es ihnen, ihn festzusetzen und den Behörden zu übergeben. „Wir mussten warten, bis er eine Fahrt anforderte, zustieg und handelte, weil wir Beweise sicherstellen wollten“, schilderte sie weiter.

Der gesamte Prozess dauerte mehr als eine Woche, bis der Mann schließlich in die Falle tappte.

„Wir hatten bereits den Radius eingegrenzt, aus dem er den Dienst anforderte. Er bestellte immer in derselben Straße. Wir baten um Aufnahmen von Überwachungskameras und besuchten die Orte, an denen er gesehen wurde. Wir haben eine komplette Ermittlungsarbeit geleistet“, präzisierte die Fahrerin.

Der nun festgenommene Mann wurde bereits von vier Opfern identifiziert. Seitdem die Plattform Bolt in Paraguay den Betrieb aufgenommen hat, kam es immer wieder zu zahlreichen Anzeigen von Fahrern und Fahrerinnen, die Opfer der unsicheren Lage wurden.

Wochenblatt / Ultima Hora / Beitragsbild Archiv

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