Asunción: Neben der Welle an Elektrofahrzeugen, die aktuell im Angebot sind, sollten auch Amphibienfahrzeuge angeboten werden, die an den wenigstens 60 Tagen im Jahr einsatzfähig sind, wenn kein gutes Wetter vorherrscht.
So schön 300 Tage Sonnenschein im Jahr auch sein mögen, sind viele Menschen, ganz besonders die, die auf einem Motorrad fahren, vom Wetter abhängig. Was soll man also an den 60 Tagen machen, an denen es oft sintflutartig regnet? Im Inland kann man Aufgaben gerne um eine Woche verschieben, doch in der Hauptstadt ist das nicht immer so einfach.
Die ganzen Zufahrtsstraßen werden zu Sturzbächen und manchmal fragt man sich, ob ein Fährdienst von Limpio nach Asunción angebrachter wäre als ein Nahverkehrszug, die schon seit Jahren versprochen aber nicht gehalten wird.
Ganz gleich wie aussichtslos die Lage bei schlechtem Wetter ist, sollte die Regierung sich zur Aufgabe machen, allen Investoren zu zeigen, dass nicht nur Privatiers Hochhäuser bauen können, sondern auch der Staat zu Seite steht, um die Infrastruktur in allen Bereichen anzupassen. Damit würden Schlagzeilen wie „Straßen von Asunción verwandeln sich nach kurzem Regen in Sturzbäche“ der Vergangenheit angehören. In Asunción ist das Problem der Überschwemmungen eine Mischung aus geographischen Gegebenheiten, veralteter Infrastruktur und rapidem Stadtwachstum. Wenn es hier stark regnet, kommen meist drei Faktoren gleichzeitig zusammen:
1. Die „Infrastruktur-Lücke“
Das Hauptproblem ist das extrem schwache Entwässerungssystem
Geringe Abdeckung: Nur etwa 19 % der kritischen Gebiete der Stadt sind überhaupt an ein Regenwasserabflusssystem angeschlossen. Der Rest des Wassers muss oberflächlich über die Straßen abfließen.
„Raudales“: Das führt zu den berüchtigten Sturzbächen auf den Straßen, den sogenannten Raudales. Diese können so stark werden, dass sie Autos mitreißen und den gesamten Verkehr lahmlegen.
Müllblockaden: Die vorhandenen Abflüsse und die vielen städtischen Bäche (Arroyos) sind oft durch Müll verstopft, was das Überlaufen beschleunigt.
2. Bodenversiegelung und Geographie
Asunción ist in den letzten Jahrzehnten sehr schnell und oft ohne zentrale Planung gewachsen
Versiegelung: Durch den massiven Bau von Häusern und das Asphaltieren von Straßen kann der Boden kaum noch Wasser aufnehmen. Da das natürliche Gefälle der Stadt Richtung Rio Paraguay führt, schießen die Wassermassen ungebremst in die tiefer gelegenen Viertel.
Lage am Fluss: Die Stadt liegt direkt am Rio Paraguay. Bei langanhaltendem Regen steigt der Flusspegel und drückt in die tiefliegenden Viertel, die sogenannten Bañados (informelle Siedlungen am Flussufer), die fast jedes Jahr evakuiert werden müssen.
3. Meteorologische Extreme
Das Wetterphänomen El Niño verstärkt die Situation regelmäßig. Es bringt Perioden mit sintflutartigen Regenfällen nach Paraguay, die selbst ein modernes Abwassersystem an seine Grenzen bringen würden. In Kombination mit der schwachen Infrastruktur führt das fast zwangsläufig zum Notstand.
Aktueller Hinweis: Da der Rio Paraguay oft sehr schnell steigt (manchmal bis zu 20 cm an einem Tag), sind Präventivmaßnahmen wie die Reinigung der Arroyos (z. B. Arroyo Morotí oder Ferreira) zwar hilfreich, aber laut Experten bräuchte die Stadt massive Investitionen in ein flächendeckendes unterirdisches Kanalsystem, um das Problem langfristig zu lösen.
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