Illegale Rodung bestätigt: Deutschem Auswanderer drohen nach Anzeige horrende Bußgelder

Mauricio José Troche: Ein massiver Eingriff in die Natur des Departements Guairá sorgt derzeit für helle Aufregung. Das Regionalbüro des Nationalen Forstinstituts (INFONA) sowie die Umweltstaatsanwaltschaft aus Villarrica haben eine großangelegte Intervention im Bezirk Mauricio José Troche durchgeführt.

Im Fokus der Ermittlungen: Ein rund zwei Hektar großes Grundstück in der Gegend von Cora Guasu, das buchstäblich über Nacht dem Erdboden gleichgemacht wurde.

Ein “einflussreicher“ Deutscher unter Verdacht

Besonders brisant: Die Behörden wurden nicht durch eigene Kontrollen, sondern durch die Zivilgesellschaft alarmiert. Anwohner und Lehrer aus der Umgebung hatten die mutmaßliche Umweltstraftat gemeldet. Laut dem Regionalleiter der INFONA, Luis Ramírez, deuten alle Hinweise auf einen Mann deutscher Staatsangehörigkeit hin. Der Beschuldigte wird von den Einheimischen als einflussreicher und wohlhabender Landwirt der Gemeinde beschrieben.

Zerstörung einheimischer Wälder bestätigt

Bei der Begehung des Grundstücks bot sich den Beamten ein Bild der Zerstörung. Es wurde bestätigt, dass wertvolle einheimische Baumarten ohne jegliche Genehmigung entfernt wurden. Neben der illegalen Entwaldung stellten die Ermittler zudem massive, ungenehmigte Ausgrabungen und Erdarbeiten fest, die das ökologische Gleichgewicht der Zone nachhaltig schädigen könnten.

Konsequenzen: Bußgelder und Strafverfahren

Die Behörden ziehen nun die Daumenschrauben an. Die INFONA hat bereits angekündigt, im Verwaltungsbereich die Höchstsanktionen zu verhängen. Parallel dazu hat die Umweltstaatsanwaltschaft ein offizielles Ermittlungsverfahren eingeleitet. Dem deutschen Landwirt drohen nun nicht nur empfindliche Bußgelder, sondern auch ein strafrechtlicher Prozess, der in Paraguay bei schweren Umweltvergehen durchaus zu Gefängnisstrafen führen kann.

Der Fall wirft erneut ein Schlaglicht auf das angespannte Verhältnis zwischen landwirtschaftlicher Nutzung und dem Schutz der letzten Urwaldreservate in der Region – und auf die Rolle ausländischer Investoren, die dabei oft zwischen die Fronten geraten.

Wochenblatt / Vision Comunicaciones

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