Modell für Lateinamerika: Wenn die Gemeinschaft selbst zur Attraktion wird

Ayolas: Nach zwei Jahren Ausbildung, Vernetzung und gemeinschaftlicher Aufbauarbeit präsentiert Santa María de Fe (Misiones) ein außergewöhnliches Tourismuskonzept: Das gesamte Dorf wird zu einem “lebenden Hotel“. Wenige Monate nach dem offiziellen Start bereitet sich der Ort darauf vor, die Osterwoche mit vollem Haus zu begrüßen.

Eine einfache, aber kraftvolle Idee löste eine unerwartete Transformation aus: Ein ganzes Dorf verwandelt sich in ein Hotel-Erlebnis. Eine Gemeinschaft, die ihren wertvollsten Schatz entdeckt hat – sie selbst zu sein und eine zutiefst menschliche Erfahrung zu bieten.

Das Projekt wurde vom Nationalen Tourismussekretariat (Senatur) zusammen mit der Stadtverwaltung von Santa María de Fe und der Regierung des Departements Misiones vorangetrieben und macht den Ort zum ersten “Dorf-Hotel“ des Landes.

In einer schnelllebigen Welt, in der das Flüchtige dominiert, entsteht hier ein Reiseziel, das entschleunigt und dazu einlädt, innezuhalten, nachzudenken und durchzuatmen. Es ist ein Konzept, bei dem sich die Besucher dem Rhythmus des Dorfes anpassen – und nicht umgekehrt. Hier hat das Erlebnis Aromen, Farben und Nuancen, die weit über die Standardpakete von Reisebüros hinausgehen.

Unter dem Namen “Santa María Hotel Pueblo“ wird die charmante Jesuitenstadt, die 242 km von Asunción entfernt im Departement Misiones liegt und für ihr historisches Erbe bekannt ist, neu definiert. Die Kolonialarchitektur bietet den Besuchern Schätze, die von den Bewohnern in ihren historischen Häusern (Casonas) bewahrt werden. Das Projekt stellt die Menschen in den Mittelpunkt – nachhaltig und respektvoll, ohne die Identität der Gemeinschaft oder ihren Lebensstil zu verändern.

Besucher können in einem Hotel im Kolonialstil wohnen, traditionelle Gerichte genießen oder einen Mate Cocido auf einer der typischen Veranden (Corredor Jeré) trinken, begleitet vom Gesang der Vögel. Das Aktivitätenprogramm umfasst Stickerei-Workshops mit lokalen Kunsthandwerkerinnen, Schnitzkurse in Stein, Museumsbesuche, Kirchenbesichtigungen und einen Besuch im Haus der britischen Journalistin und Aktivistin Margaret Hebblethwaite, einer Förderin der lokalen Kultur.

„Das Konzept des Dorf-Hotels bricht mit der traditionellen Logik der Beherbergung. Neben dem Hotel Santa María öffnen Familien ihre Türen als Unterkünfte. So erleben die Gäste das Reiseziel von innen heraus und teilen Zeit, Geschichten und Bräuche“, erklärt Tourismusministerin Angie Duarte. Kulinarisch abgerundet wird das Angebot durch lokale Spezialitäten wie Vori Vori, Mbeyú oder traditionelle Eintöpfe.

Historische Rundgänge werden von spezialisierten Guides geleitet, die von der Senatur geschult wurden. Zudem können Touristen Wanderungen in der wunderschönen Natur von Misiones unternehmen.

Ein Konzept auf Basis von Nachhaltigkeit

Ein besonderes Merkmal des Projekts ist, dass keine neue Infrastruktur gebaut wurde. Stattdessen wurde Bestehendes aufgewertet. „Dieses Modell des ’Null-Baus‘ schont die Umwelt und stärkt die lokale Identität. Gleichzeitig entsteht eine Kreislaufwirtschaft, bei der die Einnahmen direkt in der Gemeinschaft bleiben“, so die Ministerin. Jeder Aufenthalt aktiviert eine Wertschöpfungskette – vom Zimmer bis zum Teller, vom Workshop bis zur Führung. Alles geschieht im Dorf, alles bleibt im Dorf.

Das “Hotel de Pueblo Santa María de Fe“ gilt bereits als Modell für Lateinamerika – insbesondere für Orte mit historischem Erbe, aber ohne große Hotelentwicklungen. Das Konzept wurde international anerkannt und erreichte das Finale der “Premios Excelencia“ im Rahmen der Tourismusmesse Fitur in Madrid.

Reservierungen:

WhatsApp: +595 981 861553 | Instagram: @pueblohotel_

Wochenblatt / IP Paraguay / Senatur

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