Asunción: Der gestrige Vorfall in einem Biggie-Supermarkt, bei dem ein junger Mann angeschossen und verletzt wurde, zeigt deutlich unseren aktuellen Zustand. Es wird immer mehr in die “Express-Ausbildung“ von Polizisten investiert, Motorräder werden gekauft, Itaipú stellt die Pick-ups bereit – aber man sieht und spürt keinerlei Verbesserung der Sicherheit in unserem Land.
Was jede Nacht passiert – nicht nur in Asunción oder den Provinzhauptstädten, sondern vor allem im Departement Central – ist ein treues Abbild des Sicherheitszustandes, in dem wir leben. Auch der Privatsektor muss hier einen Beitrag leisten. Man kann nicht weiterhin gutes Geld verdienen, ohne ein wenig mehr in die Sicherheit zu investieren.
Wussten Sie, dass in Asunción und im Großraum Asunción die Hälfte aller Überwachungskameras nicht funktioniert? Seit Jahren schleppen wir das Problem der Wartung mit uns herum, sowohl bei den Verkehrs- als auch bei den Sicherheitskameras. Also bei den wenigen, die überhaupt installiert wurden.
Der Rest, die privaten Kameras, hängt natürlich vom Willen der jeweiligen Ladenbesitzer ab. In all diesen Punkten sind wir durchgefallen. Man schaue sich Provinzen in Argentinien oder Bundesstaaten in Brasilien an: Dort gibt es schnelle Hilfe, die Polizei trifft sofort ein, wenn solche Vorfälle gemeldet werden.
Hier kann die Reaktion der Polizei Stunden dauern. Hier braucht ein Krankenwagen 30 bis 40 Minuten, um einem Verletzten zu helfen. Hier werden Menschen immer noch auf der Ladefläche eines Pick-ups zum nächsten Krankenhaus transportiert, während sie bei jeder Bodenwelle hin- und hergeschleudert werden.
Hier stellt man immer noch den Nachtwächter im Viertel ein, gibt ihm eine Waffe in die Hand, die er kaum bedienen kann, und versucht als Nachbarschaft, etwas zu verteidigen, was eigentlich erstens Aufgabe des Staates und zweitens der finanzstarken Unternehmen sein sollte. In all diesen Bereichen haben wir versagt. Deshalb haben wir weiterhin Opfer zu beklagen, die vor allem aus den ärmsten sozialen Schichten stammen.
Denn wer eine ganze Armee hat, um sein Haus zu bewachen – wie es bei den politischen Anführern üblich ist –, hat keine Probleme: Hohe Mauern, Elektrozäune, private Sicherheitsdienste. Der Rest der Bevölkerung, so wie dieser Kassierer von Biggie’s, wird weiterhin Kugeln abbekommen.
Wochenblatt / Megacadena Mario Ferreiro / Beitragsbild Archiv















