Asunción: In dieser Folge von Balanza Judicial analysieren die Journalisten Liz Acosta und Raúl Ramírez von der Zeitung Ultima Hora die Daten des Nationalen Registers für vermisste Personen. Aktuell werden 60 Kinder und Jugendliche gesucht – unter ihnen die kleine Juliette, die zu Beginn der Pandemie spurlos verschwand.
Trotz mehr als 30 Hausdurchsuchungen fehlt von Juliette (liebevoll “Yuyu“ genannt) bis heute jede Spur. Laut dem Anwalt der Familie, Max Narváez, konzentrierten sich die Ermittler anfangs nur auf die Suche nach einer Leiche. Erst nach neun Monaten wurde die Strategie geändert und nach einer lebenden Person gesucht – doch laut Narváez war es da “bereits zu spät“.
Der Fall wirft unzählige Fragen auf, vor allem weil sich die Mutter, Lilian Zapata, und der Stiefvater des Mädchens von Beginn an in Schweigen hüllten. Dies erschwerte die Ermittlungen nach den Hintergründen ihres Verschwindens massiv.
Erschreckende Zahlen der Polizei:
Nach Angaben der Abteilung für Suche und Lokalisierung der Polizei wurden allein in diesem Jahr bereits 300 Personen als vermisst gemeldet. Davon konnten 239 Personen lokalisiert werden, eine Person wurde tot aufgefunden. Dennoch bleiben aktuell 60 Kinder und Jugendliche spurlos verschwunden.
Das Schicksal von Juliette und der 60 weiteren vermissten Kinder ist kein rein statistisches Problem, sondern eine fortwährende Aufforderung an den paraguayischen Staat, seine Ermittlungsmechanismen zu schärfen. Während die Technik und die Registrierung von Vermisstenfällen Fortschritte machen, bleibt die Zeit der größte Feind der Suchenden. Der Fall “Yuyu“ lehrt uns schmerzlich, dass jede Stunde zählt und dass Schweigen niemals die Antwort sein darf, wenn ein Kind verschwindet. Es bleibt die Hoffnung, dass durch verstärkte digitale Vernetzung und eine sensibilisierte Öffentlichkeit die Zahl der „ungelösten Fälle“ in Zukunft sinkt – damit Familien nicht jahrelang in quälender Ungewissheit leben müssen.
Wochenblatt / Ultima Hora















