Viehzuchtsektor durch Dollarkurs und Kraftstoffpreise unter Druck

Asunción: Der Dollarkurs bereitet verschiedenen Wirtschaftszweigen aufgrund seines anhaltenden Abwärtstrends weiterhin Sorgen. Vor einem Jahr lag die US-Währung noch bei rund 8.000 Guaranes, während sie am gestrigen Dienstag bei 6.360 Guaranies schloss.

In diesem Zusammenhang wies Fernando Serrati, Vorstandsmitglied der paraguayischen Vereinigung der Fleischproduzenten und -exporteure (Appec), darauf hin, dass die Verkaufspreise für paraguayisches Fleisch auf dem internationalen Markt zwar hoch bleiben, die an die Erzeuger gezahlten Preise für das Rohmaterial (die Tiere) jedoch gesunken sind.

Diese Situation ist nicht die einzige Sorge der Unternehmerschaft. Hinzu kommen weitere Faktoren wie die Kosten für Erdölkraftstoffe, welche die Frachtraten erhöhen, sowie steigende Kosten für Betriebsmittel, die in Guaraní bezahlt werden müssen.

Ausgaben in Guaraní

In Bezug auf den Wertverlust der US-Währung erklärte Serrati, dass der Produzent seine Tiere in Dollar verkauft. Tauscht er diese dann in die Landeswährung um, erhält er deutlich weniger Guaraní als zu Jahresbeginn kalkuliert.

Zusätzlich sieht sich die Branche mit steigenden Kosten bei der Wiederbeschaffung der Tiere konfrontiert, da der Preis für Kälber aufgrund einer geringeren Marktverfügbarkeit gestiegen ist.

„Es gibt mehrere Faktoren, die das Geschäft verkomplizieren. Wenn sich die Weitergabe der internationalen Preise an den Erzeuger nicht verbessert, wird sich an dieser Lage praktisch nichts ändern“, bekräftigte er.

Niedriger Dollar: Vorübergehend oder dauerhaft?

Besonders auffällig sei der „brutale Rückgang“ des Dollars im vergangenen Jahr. Serrati bezeichnete diesen Absturz als abrupt, insbesondere da Paraguay eigentlich für die Stabilität seiner Währung bekannt ist.

Angesichts dieses Szenarios stellt sich die große Frage, ob der Abwärtstrend von Dauer ist oder lediglich eine Folge von schlechtem Regierungsmanagement oder mangelnder Kontrolle darstellt.

„Wir wissen nicht, wie sich dieses Jahr entwickelt oder ob es erneut zu einem massiven Einbruch kommt. Solche sprunghaften Veränderungen sind sehr gefährlich, da sie Unsicherheit im Geschäft erzeugen“, präzisierte er. Er fügte hinzu, dass Abwertungen in Nachbarländern wie Brasilien oder Argentinien weitaus „sanfter“ verlaufen seien.

Maul- und Klauenseuche: „Schutz zu senken hieße, uns preiszugeben“

Ein weiteres Thema war die Debatte um die Impfung gegen Maul- und Klauenseuche (MKS), die seit letztem Jahr zwischen dem Privatsektor und dem Nationalen Dienst für Tierqualität und -gesundheit (Senacsa) geführt wird.

Für den Unternehmer ist MKS kein rein regionales Problem mehr, sondern eine globale Herausforderung, die durch die Ausbreitung von Afrika bis China unberechenbarer geworden ist. „Den Schutz zu senken hieße, uns unnötig zu exponieren“, warnte er vor einer Einstellung der Impfprogramme.

Er hob die Rolle der Senacsa bei der Erhaltung des Gesundheitsstatus hervor und betonte, dass es bei erhöhtem Risiko keine praktikable Strategie sei, die Präventionsmaßnahmen zu lockern. Zudem werde paraguayisches Fleisch bereits in Märkten wie den USA und Kanada akzeptiert, obwohl geimpft wird. Dies beweise, dass die Impfung kein Hindernis für den Marktzugang darstellt, ebenso wenig wie in Japan oder Korea.

„Das zwingt uns dazu, bei den Sanitärprotokollen viel strenger zu sein und an einer Gesundheitsdiplomatie zu arbeiten, die neue Märkte öffnet. Heute ist bewiesen, dass es keinen Sinn ergibt, mit dem Impfen aufzuhören“, schloss er.

Wochenblatt / Abc Color

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