Asunción: Im Rahmen des Gerichtsverfahrens im Zusammenhang mit einem Verkehrsunfall mit mehreren Todesopfern, der sich 2024 in San Bernardino ereignete und bei dem Eugenio Sanabria Vierci angeklagt wurde, hat die Justiz erneut gegen den Anspruch des Vaters eines der Opfer entschieden, als Nebenkläger am Prozess teilzunehmen.
Diese Woche entschied die Verfassunskammer des Obersten Gerichtshofs, eine Verfassungsbeschwerde abzuweisen, die von den Anwälten des Vaters von Osvaldo Darío Jacquet eingereicht worden war – einem der vier Todesopfer des Unfalls vom November 2024 in San Bernardino.
Im Juni 2025 reichte der Anwalt César Trapani im Namen von Ceveriano Jacquet eine Verfassungsbeschwerde ein, um einen Beschluss des Berufungsgerichts aufzuheben. Dieses hatte es abgelehnt, den Vater von Osvaldo Jacquet als Nebenkläger in das Verfahren aufzunehmen.
Fast ein Jahr später entschied der Oberste Gerichtshof, den Antrag des Vaters abzulehnen. Damit bestätigte er die Entscheidung des Berufungsgerichts, wonach gemäß der geltenden Zivil- und Strafgesetzgebung die einzige Person mit vorrangiger Legitimation zur Teilnahme als Nebenklägerin die minderjährige Tochter von Osvaldo Jacquet ist, da sie die engste Verwandte und direkte Erbin darstellt.
Für die Abweisung der Verfassungsbeschwerde stimmten die Richter César Diesel und Víctor Ríos, während Richter Gustavo Santander eine abweichende Meinung vertrat.
Die Position der Vertreter des Vaters von Osvaldo Jacquet lautet, dass die Entscheidung des Berufungsgerichts die Rechte des Opfers verletzt, indem sie das Rechtssystem manipuliert und Erbregeln fälschlicherweise auf das Strafverfahren anwendet. Zudem seien das rechtsstaatliche Verfahren, die Rechtssicherheit und die Begründungspflicht der Richter verletzt worden.
„Scheiß Justiz“
Nach Bekanntwerden der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs reagierte Nancy Jacquet, die Schwester von Osvaldo, mit heftiger Kritik an der Entscheidung der höchsten Instanz.
„Scheiß Justiz!! Offiziell ist die Nebenklage gegen den Mörder Eugenio Sanabria Vierci raus! Überrascht mich das? Nein! Tut es weh? Sehr, da ich Gerechtigkeit für den Tod meiner Familie in immer weitere Ferne rücken sehe!“, schrieb die Frau im sozialen Netzwerk X.
„Richter, Staatsanwälte, alle vereint, um einen Kriminellen zu schützen!! Das Leben unserer geliebten Menschen ist der Justiz nichts wert. Das Leben unschuldiger Menschen, das durch die kriminelle Handlung eines Mannes ausgelöscht wurde, der ungestraft davonkommt, weil er Freunde an der Macht hat! Das ist unser Land: Die Mächtigen können töten und frei herumlaufen!! Das Karma wird dich treffen, verfluchter Eugenio Sanabria Vierci“, heißt es in der Nachricht weiter.
Vier Todesfälle und ein Angeklagter unter Hausarrest
Eugenio Sanabria Vierci wurde wegen mutmaßlicher fahrlässiger Tötung und Gefährdung des Straßenverkehrs angeklagt, nachdem es am 10. November 2024 zu einer Massenkollision gekommen war. Der VW-Geländewagen des Angeklagten, der unter Alkoholeinfluss stand und mit hoher Geschwindigkeit unterwegs war, prallte gegen einen Kia.
Die drei Insassen dieses Wagens – Osvaldo Jacquet (39), seine Ehefrau Kristin María Blumenröther (40) und ihre gemeinsame Tochter Philipe Jacquet Valdez (2) – kamen ums Leben.
Durch den Aufprall überschlug sich das Fahrzeug von Sanabria Vierci und prallte gegen ein weiteres Auto, einen Hyundai. Eine der Insassinnen dieses Fahrzeugs, Nancy Angeluz Chena, verlor ebenfalls ihr Leben.
Ursprünglich wurde Sanabria Vierci präventiv im Gefängnis von Emboscada inhaftiert, später wurde seine Verlegung in die „Agrupación Especializada“ der Nationalpolizei angeordnet. Im April 2025 hob ein Haftrichter die Untersuchungshaft jedoch auf und ordnete Hausarrest für Sanabria Vierci an.
Wochenblatt / Abc Color














