Paraguayer stirbt im Krieg in der Ukraine

Choré: Die Angehörigen des 21‑jährigen Néstor Adrián Barreto aus Choré im Departement San Pedro erhielten gestern die Bestätigung, dass der junge Mann im Krieg zwischen der Ukraine und Russland ums Leben gekommen ist.

Sein Vater, Maximino Barreto, berichtete, dass der letzte Kontakt mit seinem Sohn am 14. Juni stattgefunden habe. Einige Tage später erhielt er eine Nachricht von einem Mann, der sich als Mitglied einer Militäreinheit ausgab und ihm mitteilte, dass sein Sohn vermisst werde.

Wenige Stunden später, als er bereits öffentlich um Hilfe bei der Suche bat, erreichte ihn die endgültige Nachricht von seinem Tod. Demnach soll er bei einem Gefecht durch eine explodierende Granate ums Leben gekommen sein.

Die Familie steht nun vor einer weiteren großen Herausforderung: Sie weiß nicht, welche Schritte erforderlich sind, um die Überführung der sterblichen Überreste zu veranlassen, und bittet die paraguayischen Behörden um Unterstützung.
Gebete. Die Familie betet gemeinsam für die jungen Männer aus Choré.

Nach Angaben der Angehörigen soll es mehrere ähnliche Fälle in den Departements San Pedro und Canindeyú geben. Einige der jungen Männer haben noch gelegentlich Kontakt zu ihren Familien, andere gelten seit Wochen als vermisst oder sind nicht mehr erreichbar.

Nach den erhobenen Vorwürfen wurden die Landsleute über soziale Netzwerke angeworben – mit dem Versprechen hoher Einkünfte – um ins Ausland zu reisen und sich anschließend den Streitkräften der Ukraine anzuschließen.

Zeugenaussagen zufolge reisten viele zunächst mit der Absicht aus, in europäischen Ländern – vor allem in Spanien – zu arbeiten. Nach ihrer Ankunft seien sie jedoch kontaktiert und überredet worden, weiter in die Ukraine zu gehen. Dort wurde ihnen ein monatliches Gehalt von 4.500 bis 5.000 US‑Dollar versprochen – umgerechnet etwa 27 bis 30 Millionen Guaraníes – sowie zusätzliche Prämien für jede absolvierte Einsatzzuweisung.

Erster Todesfall unter Paraguayern

Barreto ist der erste Paraguayer, der unter denjenigen, die sich in der Ukraine am Krieg gegen Russland beteiligen, ums Leben gekommen ist. Russland hatte die Ukraine im Februar 2022 angegriffen. Bereits zuvor wurde der Soldat Jorge Adrián Lugo Jiménez von einem Gericht in Moskau zu 24 Jahren Haft verurteilt – er soll sich als Söldner an einem Angriff auf die russische Grenzregion Kursk im Jahr 2024 beteiligt haben.

Wochenblatt / Extra

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