Asunción: Einwohner des Viertels Mbocayaty wandten sich an die Stadtverwaltung von Asunción, um Übergriffe, gefälschte Parallelakten und Machenschaften im Zusammenhang mit der Unternehmensgruppe Vázquez SAE (ueno Bank) anzuprangern. Sie fordern ein sofortiges Einschreiten des Bürgermeisteramts, um Familien zu schützen, die seit mehr als zwei Jahrzehnten dort ansässig sind.
Die Bewohner des Viertels Mbocayaty (Ortsteil La Piedad) in Asunción leben in großer Sorge: Sie sehen sich gewaltsamen Einschüchterungsversuchen ausgesetzt, die sie von Grundstücken vertreiben sollen, die sie seit über 20 Jahren bewohnen.
Den Betroffenen zufolge plant die Unternehmensgruppe Vázquez SAE an dieser Stelle eine geschlossene Wohnsiedlung zu errichten. Sie prangern zudem ein gerichtliches Verfahren an, das von mutmaßlichen Strohmännern angestrengt wurde.
Letzte Woche wandte sich Miriam Ramírez an die Staatsanwaltschaft, um sich gegen eine Anklage wegen „mutmaßlicher Hausbesetzung“ zu verteidigen – vorgebracht von Rodolfo Manuel Fernández Almada. Im Viertel kennt niemand diesen Fernández Almada; die Nachbarn gehen davon aus, dass es sich um einen Strohmann der Gruppe Vázquez SAE handelt.
Heute Morgen erschienen Ramírez, ihre Rechtsanwältin und weitere Nachbarn bei der Stadtverwaltung von Asunción, um ein Gespräch mit Bürgermeister Luis Bello zu erbitten. Schließlich fand die Unterredung mit dem Rechtsdezernenten Jorge Sabaté statt.
„Bei Ramírez liegt seit Jahren ein Antrag auf Regelung des städtischen Grundstücks vor – und nun tauchte plötzlich ein zweites, paralleles Aktenstück auf. Als Antragsteller steht dort Rodolfo Fernández, und dieses Verfahren wurde mit auffälliger Geschwindigkeit vorangetrieben“, erklärte Noelvis Martínez, Rechtsanwältin der Anwohner von La Piedad.
Daraufhin erläuterte sie, dass man sich an den Stadtrat gewandt und die Aufhebung dieses Verfahrens beantragt habe. „Der Stadtrat befasste sich damit und leitete es an das Bürgermeisteramt weiter. Dieses muss nun erneut an den Stadtrat herantragen, damit dieser nach Maßgabe der Stellungnahme des Bürgermeisters die Aufhebung beschließen kann.“
„Genau das bitten wir Bürgermeister Luis Bello: uns zu helfen, denn unser Anliegen ist vollkommen gerechtfertigt. Bei Ramírez wurde ohne jeden gerichtlichen Beschluss die hintere Mauer eingerissen. Der Hausrat wurde einfach auf die Straße geworfen, als handele es sich um eine Zwangsräumung. Sie erlitt schweren Schaden; zudem wurde Geld gestohlen“, schilderte die Anwältin.
Ihren Angaben zufolge geht im Viertel das Gerücht um, dass die Gruppe Vázquez in der Straße Pino González eine abgeschlossene Wohnsiedlung errichten will. „Ich habe den Plan bereits eingesehen – er sieht auch die Zerstörung ihres Wohnhauses vor.“
Ramírez, die seit 23 Jahren in dem Viertel lebt, ergänzte, dass sie bereits von Anfang an alle erforderlichen Schritte zur Erlangung des Eigentumsnachweises für das städtische Grundstück eingeleitet habe – das Verfahren aber nie vorankam.
Wochenblatt / Abc Color















