Melgarejo: Die Redaktion erhielt eine Leserzuschrift in Bezug nehmend auf die Geschäftsleitung Natur Invest Para Madre Tierra S.A. die wir im Folgenden ungekürzt veröffentlichen.
Offener Brief an die Geschäftsleitung der Nature Invest Para Madre Tierra S.A. An die Geschäftsführung:
Frau Iwona Schellenbacher & Herrn Benedikt Michale
Sitz: Melgarejo, Bezirk Independencia, Departamento Guairá, Paraguay
Kopie zur Kenntnisnahme an: Alle betroffenen Investoren und die Öffentlichkeit.
Betreff: Ihre Stellungnahmen vom 27. Juni und 15. Juli 2026 sowie das Rundschreiben an die Investoren vom 29. Juli 2026
Sehr geehrte Frau Schellenbacher, sehr geehrter Herr Michale,
zunächst möchte ich mich herzlich dafür bedanken, dass Sie in Ihrer offiziellen Pressemitteilung vom 27. Juni 2026 – inmitten des von Ihnen beklagten “verleumderischen Rufmordes“ – die Zeit und die Muße fanden, namentlich an mich zu denken. Sie erklärten dort kategorisch: „Alles, was in Bezug auf Luca Popper geschrieben wurde, ist falsch und entspricht nicht den Tatsachen.“
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Da mir, Luca Popper, jedoch bis zu diesem Zeitpunkt überhaupt keine mediale Berichterstattung über meine Person vorlag, ergibt sich daraus eine faszinierende logische Konsequenz: Wenn es gar keine Veröffentlichungen über mich gab, dann muss Ihre Behauptung, diese seien “falsch“, zwangsläufig selbst unwahr sein. Widersprüche dieser Art sind in der Psychologie als klassische Lippenbekenntnisse bekannt. Ihre schriftlichen Einlassungen bieten ein wahres Sammelsurium an solchen unfreiwilligen Wegweisern zur Wahrheit.
Es wirft erhebliche Fragen auf, wie Sie bereits in Ihrer ersten Erklärung vom 27. Juni – Wochen vor den strafrechtlichen Ermittlungen und der darauffolgenden Razzia der Staatsanwaltschaft in Independencia – gebetsmühlenartig betonten, dass es sich beim Fall Jentgens um einen “rein zivilrechtlichen Prozess“ handele. Sprachen Sie hier aus einem hellseherischen Instinkt, oder war es schlicht das unruhige Gewissen eines Akteurs, der die strafrechtliche Relevanz seines Handelns bereits erahnte? Für Sie ist das existenzbedrohende Ringen einer Familie, die um die Rückzahlung von über 300.000 Euro für vermeintlich “ökologische“ Projekte kämpft, nichts weiter als ein “gewöhnlicher Vertragsstreit“.
Besonders eklatant wird der Widerspruch, wenn man Ihre Kommunikation mit uns, den Investoren, betrachtet. Einerseits behaupten Sie öffentlich, dass diese Vorwürfe substanzlos seien und die Investoren nicht tangieren müssten. Andererseits teilen Sie denselben Investoren am 29. Juli per E-Mail mit, dass aufgrund der “einseitigen Berichterstattung“ fast alle laufenden Verkäufe geplatzt seien und sich die vereinbarten Auszahlungen auf unbestimmte Zeit – voraussichtlich um bis zu drei Monate – verschieben. Sie erklären, das Geld stecke “in Land, Flächen und der Ernte“, es fehle Ihnen gerade “das verfügbare Geld, nicht die Substanz“.
Wenn die Substanz und der Gegenwert tatsächlich existieren, warum müssen dann Verträge gebrochen und Auszahlungen gestoppt werden? Die Antwort, die Sie über Ihre bezahlten PR-Kanäle und das Interview Ihres Rechtsanwalts Miguel Paredes verbreiten lassen, ist durchschaubar: Sie nutzen die mediale Berichterstattung und die Justizverfahren als willkommenen Vorwand, um eine akute Liquiditätskrise zu kaschieren und berechtigte Rückforderungsansprüche blockierter Kunden auszusitzen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, dass Sie gleichzeitig versuchen, Ihre Kunden durch strikte Verschwiegenheitsklauseln und die Androhung von Verleumdungsklagen systematisch zu isolieren. Wer Transparenz und Rechtschaffenheit predigt, muss den direkten Austausch unter den Betroffenen nicht fürchten.
Um auf Ihr Eingangszitat zurückzukommen: Wenn Ihre Behauptungen über mich jeglicher Grundlage entbehren, liegt die Vermutung nahe, dass auch Ihre Verteidigungslinien gegenüber den Betrugsvorwürfen in sich zusammenbrechen. Wenn alles, was Sie zu Ihrer Entlastung schreiben, einer logischen Prüfung nicht standhält, gewinnt die Darstellung der geschädigten Investoren und der Ermittlungsbehörden massiv an Glaubwürdigkeit.
Erlauben Sie mir daher eine abschließende Frage: Wenn Sie eine solche Ehrfurcht vor den staatlichen Institutionen und dem Gesetz besitzen, wie Sie in Ihrer Stellungnahme vom 15. Juli betonen, warum erfüllen Sie dann nicht einfach Ihre vertraglichen Pflichten? Warum zahlen Sie die fälligen Gelder nicht aus, anstatt es darauf ankommen zu lassen, dass Ihre Kunden Sie sowohl vor den Gerichten in Villarrica als auch vor europäischen Justizbehörden zur Rechenschaft ziehen?
Mit dem gebotenen Respekt,
Luca Gabriel Popper
Wochenblatt / Leserzuschrift















