Sie hat Deutschland verlassen, um in Paraguay ganz neu anzufangen, und hat heute ihre eigene Bäckerei

Pastoreo: Deutschland verlassen, ein neues Leben in Paraguay beginnen und in der Bäckerei eine unternehmerische Chance finden, während sie das Heranwachsen ihrer fünf Kinder begleitet, so lässt sich ein Teil der Geschichte von Simone Drews zusammenfassen. Die Deutsche kam vor rund sechs Jahren ins Land und führt heute ein Unternehmen, das sich auf die Herstellung von Brot und Produkten mit Sauerteig spezialisiert hat.

Gemeinsam mit ihrem Ehemann und ihren Kindern bereiste sie verschiedene Orte, bevor sie beschloss, sich in Pastoreo niederzulassen. Ursprünglich sollte die Gegend nur ein Zwischenstopp auf ihrer Reise sein, aber etwas bewegte sie zum Bleiben. „Hier können wir uns vorstellen zu leben, unsere Kinder großzuziehen und als Familie etwas aufzubauen“, erinnert sie sich.

Auch die Bäckerei war nicht Teil ihres Plans. Schon in Deutschland hatte Drews Freude am Backen, und nach ihrer Ankunft in Paraguay bereitete sie weiterhin ihr eigenes Brot zu. Mit der Zeit brachte sie eine familiäre Erfahrung noch näher an den Sauerteig: Sie stellte fest, dass ihr Mann eine Hefeunverträglichkeit hatte und sich seine Beschwerden durch den Verzehr dieser Brotsorte verbesserten.

Im Jahr 2023 beschloss sie, diese Leidenschaft in ein Unternehmen zu verwandeln. Sie erzählt, dass eine Freundin sie ermutigte, ihre zubereiteten Produkte zu verkaufen, und obwohl sie zu diesem Zeitpunkt mit ihrem vierten Kind schwanger war und dachte, es sei nicht der richtige Moment, wagte sie schließlich den Versuch.

Die Resonanz fiel positiv aus, und die Bestellungen begannen einzutreffen – hauptsächlich durch Weiterempfehlungen. Später kamen Cafés und Restaurants hinzu. Derzeit kann die Produktion je nach Nachfrage zwischen 40 und 200 Croissants pro Woche sowie 30 bis 60 Broten variieren.

Drews erlernte einen Großteil ihres Handwerks durch Ausprobieren und Fehler machen, bis sie schließlich die Gelegenheit erhielt, sich von einem deutschen Bäckermeister in fünfter Generation ausbilden zu lassen. Nun möchte sie das Gelernte in Workshops weitergeben und mehr Menschen an die Welt des Sauerteigs heranführen.

Ihre größte Herausforderung besteht jedoch nicht nur darin, das Geschäft wachsen zu lassen, sondern dies zu tun, ohne dabei ihre Familie zu vernachlässigen. Sie ist Mutter von fünf Kindern und betont die Unterstützung ihres Mannes, der ihr bei den Kindern und im Betrieb hilft.

„Ich wollte mein Unternehmen um meine Familie herum aufbauen und nicht meine Familie um das Unternehmen herum“, erklärte sie während des Interviews. Für Simone Drews bedeutet Unternehmertum auch, den Mut zu haben anzufangen, auf dem Weg zu lernen und zu verstehen, dass es nicht immer darum geht, so schnell wie möglich zu wachsen. Ihre Geschichte zeigt, dass sich selbst dann, wenn sich Pläne ändern, auf dem Weg eine neue Chance auftun und Schritt für Schritt zu einem Lebensprojekt werden kann.

Wochenblatt / La Nación

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