Julián Vega distanziert sich nach Streit mit Fischverkäuferin von Schwester

Mariano Roque Alonso: Drei Wochen vor den Kommunalwahlen steht die Abgeordnete Johana Vega, Schwester des Bürgermeisterkandidaten, Julián Vega, erneut im Zentrum eines Skandals. Grund dafür ist eine Auseinandersetzung mit Perla Oviedo, einer Fischerin am Ufer des Rio Paraguays.

Der Vorfall ereignete sich, als Oviedo sich weigerte, einen Wahlaufkleber von Julián an ihrem Stand anzubringen. „Wenn du eines Tages krank wirst, komm nicht zu mir, um nach Medikamenten zu fragen“, soll Johana der Frau zugerufen haben, die zudem ankündigte, am kommenden 4. Oktober für die oppositionelle PLRA zu stimmen.

Die Reaktion der Abgeordneten überraschte die Einwohner von Roque Alonso kaum, verschärfte jedoch die Unruhe: Teile der Führung der Colorado-Partei werfen Johana vor, das Team der Stadträte und die Parteibasis autoritär zu führen.

Zu ihrer Verteidigung lud die Politikerin ein offenbar zusammengeschnittenes Video hoch, in dem sie versucht, den Ton gegenüber Oviedo zu mildern – nachdem diese sie als „falsche Blonde“ bezeichnet hatte. Vor wenigen Tagen geriet Johana bereits in die Kritik, weil sie eine Frau auf Instagram als „dick“ und „arm“ beschimpft haben soll; die Abgeordnete übernahm dafür jedoch keine Verantwortung.

Das Problem für Julián ist, dass die Parteistruktur, die seine Kandidatur tragen sollte, zunehmend zersplittert ist. Mehrere Stadtsratskandidaten und lokale Funktionäre betreiben bereits eine parallele Kampagne und nähern sich teilweise Gruppen an, die der liberalen Bürgermeisterin Carolina Aranda nahestehen.

Aranda wiederum stärkt die Kandidatur ihres Ehemanns, des Abgeordneten Marcelo Salinas, der derzeit die besten Chancen hat, das Amt des Bürgermeisters zu übernehmen.

Angesichts dieses Szenarios beschloss Julián, sich von der Strategie seiner Schwester zu distanzieren und Unterstützung bei einflussreicheren Persönlichkeiten innerhalb der Colorado-Partei (ANR) zu suchen. So besuchte der Stadtrat den ANR-Vorsitzenden Horacio Cartes und begann, die Beziehungen zu jungen Führungskräften in Mariano Roque Alonso und dem Departement Central zu stärken. „Ihr werdet gewinnen, aber lernt, auf eure Leute aufzupassen, denn sie sind es, die uns in diese Ämter bringen“, warnte Cartes in einem kurzen Video.

Zu denjenigen, die Julián zur Hilfe eilten, gehört Alfredo „Freddy“ Mongelós, technischer Sekretär von Sinafocal. Sein Team begleitet regionale Persönlichkeiten mit Ambitionen auf einen Sitz im Stadtrat, darunter Édgar Martínez, Präsident einer Parteisektion.

Ziel ist der Aufbau einer territorialen Plattform, die es Mongelós ermöglichen soll, politisches Gewicht im Hinblick auf eine spätere Kongresskandidatur zu gewinnen.

„Freddy“ Mongelós baut auch in der Hauptstadt Asunción eine eigene Struktur auf. Dort unterstützt er seinen Bruder Axel Mongelós, der die traditionellen Strukturen des Stadtrats von Asunción herausfordern und einer der jüngsten Stadträte werden möchte.

Diese Allianz verbindet sich zudem mit Guido González, dem Bürgermeister von Lambaré, der für das Gouverneursamt in Central kandidieren möchte, sowie mit der Abgeordneten Jazmín Narváez, die einen Sitz im Senat anstrebt.

Diesem Bündnis schlossen sich auch einflussreiche Vertreter des Cartismus an, wie der Fraktionsvorsitzende von Honor Colorado, Natalicio Chase, und der Präsident der ESSAP, Luis Fernando „Luifer“ Bernal, die dem Bruder von Johana ebenfalls unter die Arme greifen wollten.

„Johana hat es sich mit allen verscherzt. Jetzt hat sie sich auch noch mit einer Fischerin gestritten. Es reichte ihr nicht, Juliáns gesamtes Team von innen heraus zu spalten. Es ist ein Desaster, aber die Hoffnung ist noch nicht verloren, dass man gewinnen kann. Carolina und Marcelo sind sehr stark. Ich weiß nicht, ob uns noch Zeit bleibt, die Strategie neu auszurichten“, räumte ein Strategieplaner des Cartismo-Teams gegenüber LPO ein.

„Johana hat es sich mit allen verscherzt. Jetzt hat sie sich mit einer Fischerin gestritten. Es reichte ihr nicht, Juliáns gesamtes Team von innen heraus zu spalten. Es ist ein Desaster, aber die Hoffnung ist noch nicht verloren, dass man gewinnen kann.“

Der Cartismus versucht, eigene Kandidaturen in strategisch wichtigen Bezirken des Departements Central zu stärken. Mariano Roque Alonso steht zusammen mit Limpio und J. Augusto Saldívar auf dieser Karte, während die Parteiführung darauf abzielt, den Handlungsspielraum der PLRA einzuschränken und neue Gesichter aufzubauen, die schließlich in der Abgeordnetenkammer landen könnten.

Villeta, Limpio, Ñemby und Fernando de la Mora gehören ebenfalls zu den Bezirken, die die Regierungspartei im Departement Central erobern will. In Roque Alonso besteht die unmittelbare Herausforderung jedoch darin, eine Kandidatur zu ordnen, die mit ihren eigenen internen Streitigkeiten in die Kommunalwahlen geht.

Wochenblatt / LPO

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