Justiz-Skandal um Viehdiebstahl: Staatsanwaltschaft verpennt Frist und lässt Verdächtige laufen

Asunción: Die Justizaufsicht (JEM) hat von Amts wegen ein Ermittlungsverfahren gegen die Staatsanwältin Gladys Teresita Paredes eingeleitet. Grund ist ihr behördliches Vorgehen im Fall eines mutmaßlichen Viehdiebstahls, der aufgrund von Fristversäumnissen und Untätigkeit der Strafverfolgungsbehörden mit der endgültigen Einstellung des Verfahrens gegen drei Beschuldigte endete.

Hintergrund: Verschwinden von über 140 Rindern in Caapucú

Der Fall betrifft das Verschwinden von mehr als 140 Rindern des Landwirtschaftsunternehmens Farmer S.A. auf einer Estancia in der Ortschaft Montiel Potrero im Bezirk Caapucú. Der Viehdiebstahl soll sich zwischen November 2018 und Februar 2019 ereignet haben; die formelle Anzeige erfolgte Ende Februar 2019.

-Fristversäumnis der Staatsanwaltschaft: Das Ermittlungsverfahren (Akte Nr. 159/2019) richtete sich gegen die Beschuldigten Jorge Luis Cuenca, Dario Bartolomé Acosta Sánchez und Juan Fernando González. Das Garantiegericht in Carapeguá unter Richter Hilario Burgos hatte der Staatsanwaltschaft den 19. März 2020 als Frist für den Ermittlungsabschluss gesetzt. Der Antrag der Staatsanwaltschaft ging jedoch erst am 21. September 2020 ein – verbunden mit der Bitte um eine vorläufige Einstellung.

-Versäumte Ermittlungsschritte: Trotz Dutzender zugesagter Nachermittlungen (12 bis 14 offene Punkte pro Beschuldigtem) wurde während der vorläufigen Einstellung keine einzige Maßnahme umgesetzt. Zudem wurde die Wiederaufnahme der Ermittlungen nicht fristgerecht beantragt.

-Endgültige Einstellung: Infolge des behördlichen Stillstands ordnete das Gericht schließlich die endgültige Verfahrenseinstellung an und sprach die drei Verdächtigen frei, wie der Richter des Obersten Gerichtshofs, Gustavo Santander Dans, erläuterte.

Untersuchung durch die Justizaufsicht JEM

Die Akte gelangte 2024 an die JEM, nachdem das Plenum des Obersten Gerichtshofs eine Überprüfung aller beteiligten Staatsanwälte und Richter angeordnet hatte. Den Unterlagen zufolge führte Paredes die Ermittlungen über etwa eineinhalb Jahre – ein Zeitraum, in dem laut Vorwurf keine wesentlichen Schritte zur Aufklärung des Viehdiebstahls unternommen wurden.

Wochenblatt / adn digital

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