Wanddurchbruch, Tresor und 500 Millionen Guaranies: So wurde ein Juweliergeschäft in Asunción überfallen

Asunción: Fünf Vermummte sollen einen Nachtwächter überwältigt haben, bevor sie sich über ein Nachbargrundstück Zugang verschafften. Der Alarm wurde ausgelöst, doch der Eigentümer stellte den Raubüberfall erst Stunden später fest.

Eine Gruppe von Kriminellen ist in den frühen Morgenstunden dieses Mittwochs in das Juweliergeschäft Vio Gold in der Straße Eusebio Lilio Robles (zwischen Bélgica und Raúl Carmona) in Asunción eingebrochen und hat einen Millionencoup gelandet, nachdem sie ein Loch in eine der Gebäudewände geschlagen hatte. Die Täter drangen bis in den Lagerraum vor, brachen einen Tresor auf und flüchteten mit Geld und Schmuck.

Die Tat soll sich vor 02:00 Uhr ereignet haben, als die Alarmanlage des Geschäfts auslöste. Vorläufigen Berichten zufolge wurde der Sicherheitsdienst von der Firma Prosegur verwaltet, und der Eigentümer erhielt die Benachrichtigung über die Auslösung auf seinem Mobiltelefon. Die Anzeige bei der Nationalpolizei wurde jedoch erst gegen 05:00 Uhr erstattet.

Bislang liegt keine öffentliche Erklärung von Prosegur bezüglich der Bearbeitung des Alarms oder eines eventuellen Einsatzes vor Ort vor. Dies ist von Bedeutung, da das Unternehmen selbst angibt, dass seine Alarmempfangszentrale rund um die Uhr besetzt ist, Einbruchsignale analysiert und bei einem bestätigten Alarm die Polizei benachrichtigt sowie einen motorisierten Sicherheitsdienst schicken kann.

Einstieg über ein Nachbargrundstück

Die Ermittler stellten fest, dass die Kriminellen nicht durch den Haupteingang des Geschäfts drangen. Sie schlugen ein Loch in die Rückwand, ausgehend von einem Bereich, der mit einem leerstehenden Haus und einer an das Geschäft angrenzenden Baustelle verbunden ist.

Ein Nachtwächter, der diesen Bereich bewachte, soll von etwa fünf vermummten Männern überrascht worden sein, die ihn überwältigten und fesselten, bevor sie in den Lagerraum des Juweliers einbrachen. Anschließend flüchteten die Verdächtigen in einem Fahrzeug, dessen Identifizierung noch nicht geklärt werden konnte.

Sie steuerten direkt den Tresor an

Einmal im Gebäudeinneren, steuerten die Täter direkt den Bereich an, in dem sich der Tresor zur persönlichen Nutzung des Eigentümers befand. Der Safe wurde gewaltsam geöffnet; aus dem Inneren entwendeten sie Bargeld und Schmuck.

Der Gesamtschaden beläuft sich auf geschätzte 500 Millionen Guaranies, zuzüglich persönlichem Schmuck des Eigentümers rumänischer Staatsangehörigkeit. Die genaue Gesamtsumme des Bargelds wurde von den Ermittlern jedoch noch nicht offiziell beziffert.

Dass die Täter direkt den Lagerraum ansteuerten und nicht in den Verkaufsraum eindrangen, in dem die Schmuckstücke ausgestellt sind, erregte die Aufmerksam der Ermittler. Polizeikommissar Víctor Presentado wies darauf hin, dass dies darauf hindeuten könnte, dass die Verantwortlichen über Vorabinformationen bezüglich der Innenaufteilung des Geschäfts verfügten.

Kameras und Alarm im Visier der Ermittlungen

Das Juweliergeschäft verfügt über ein Videoüberwachungssystem. Die Aufnahmen werden analysiert, um die Bewegungen der Kriminellen zu rekonstruieren und die Fluchtroute festzustellen.

Die Nationalpolizei arbeitet über Personal der Kriminaltechnik und Spurensicherung an der Erfassung von Beweismitteln sowie der Analyse von Sicherheitsaufnahmen aus der Umgebung. Die Ermittlungen sollen klären, wer an dem Raub beteiligt war, woher die Täter den Standort des Tresors kannten und was nach der Alarmauslösung mit dem Reaktionsprotokoll geschah.

Der Fall liegt nun in den Händen der Staatsanwaltschaft und der Polizeubehörden, während versucht wird, die Mitglieder der Bande zu identifizieren und das gestohlene Geld sowie die Schmuckstücke sicherzustellen.

Wochenblatt / El Nacional

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