Brutale Folter für Tresor-Code: Vier Maskierte überfallen Österreicher auf eigener Finca

Caaguazú: Vier Kapuzenmänner, die einen österreichischen Staatsbürger in seinem Haus in R.I. 3 Corrales (Caaguazú) als Geisel nahmen, haben den gestohlenen Geländewagen samt Werkzeugen einige Kilometer vom Tatort entfernt zurückgelassen. Die Kriminellen entkamen jedoch mit rund 25 Millionen Guaranies aus dem Verkauf von Rindern, wie aus Polizeikreisen verlautete.

Das Opfer des brutalen Raubüberfalls in den eigenen vier Wänden ist der 65-jährige Österreicher Marko Franz Ferrari, der seit einiger Zeit in der Gegend von R.I. 3 Corrales ansässig ist. Dort besitzt er einige Hektar Land und widmet sich der Landwirtschaft sowie der Viehzucht. Experten der Kriminaltechnik sicherten am verlassenen Fahrzeug Fingerabdrücke, die von den Tätern stammen könnten.

Nach Polizeiangaben arbeiten einige Nachbarn aus derselben Gemeinde mit Ferrari auf seinem Grundstück zusammen. Offenbar hatte der Österreicher in den vergangenen Tagen den Verkauf einiger Rinder abgewickelt. Da der Mann dem Finanzsystem wohl nicht sonderlich vertraut, entschied er sich dazu, sein Geld in einem Safe aufzubewahren. Das Problem dabei war, dass dieses Geheimnis in der Gegend schnell die Runde machte.

Brutal geschlagen und gefesselt

Am vergangenen Freitagnachmittag gegen 17:30 Uhr stürmten vier bewaffnete Kriminelle, deren Gesichter mit Sturmhauben maskiert waren, das Anwesen. Nachdem sie den Man als Geisel genommen hatten, brachten sie ihn mit vorgehaltener Waffe in sein Schlafzimmer, in dem sich der Safe befand. Dort schlugen die Angreifer brutal auf ihn ein, bis er die Kombination des Tresors preisgab. Nach dem Raub des Geldes, das sie in einer kleinen Handtasche verstauten, entwendeten die Täter auch die Brieftasche des Österreichers, in der sich fast alle seine Ausweisdokumente befanden.

Nachdem sie das Opfer an Händen und Füßen gefesselt im Zimmer zurückgelassen hatten, flüchteten die Diebe vom Tatort mit einem schwarzen Mercedes-Benz ML (Kennzeichen WBVJ 834), der in der Garage stand und in dem sich verschiedene Werkzeuge befanden.

Erst Stunden später gelang es dem Opfer, sich von den Fesseln zu befreien und Anzeige bei der zuständigen Polizeidienststelle zu erstatten. Ermittler aus Caaguazú rückten in der Zone an und sperrten praktisch alle Ein- und Ausfallsstraßen der Stadt ab. Nach einem Tag des Fahndungsdrucks sahen sich die Kriminellen schließlich gezwungen, den Geländewagen mitsamt den Werkzeugen im Inneren stehenzulassen. Das Fahrzeug wurde unweit des Tatorts aufgefunden.

Wochenblatt / ABC Color

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