Planilleros als ökonomisch-wichtig zu deklarieren ist aus der Luft gegriffen

Asunción: Eine weitere Meisterleistung der Cartes-Presse ist der Versuch, die Existenz von Planilleros zu rechtfertigen bzw. sie beizubehalten, weil deren Entlassung wirtschaftliche Nachteile mit sich bringen könnte.

Tausende, wenn nicht Zehntausende Planilleros, also Angestellte, die zwar Lohn beziehen aber nicht an den Arbeitsplätzen erscheinen gibt es, wie beispielsweise beim Obersten Wahlgericht.

Da sind meistens Ehefrauen und Kinder von Volksvertretern untergebracht mit Löhnen, von denen andere nur träumen dürfen. Als Volksvertreter sehen diese Politiker ihre Familie in erster Linie als das Volk an, was sie vertreten. Nun hat es einer auf diese Arbeitsplätze abgesehen.

Der Präsidentschaftskandidat Miguel Prieto plant drastische Personalkürzungen im Staatssektor. Experten weisen jedoch darauf hin, dass eine abrupte Reduzierung die Stabilität der Staatspensionskasse gefährdet und ernsthafte makroökonomische sowie soziale Schwachstellen für das Land schafft.

Während eines Fernsehinterviews schlug der oppositionelle Präsidentschaftskandidat Miguel Prieto Massenentlassungen im öffentlichen Sektor vor. Prieto argumentierte, dass der Staat unter einem wachsenden Haushaltsdefizit leide, und hielt eine drastische Reduzierung der Staatsbediensteten für notwendig, um dieses finanzielle Problem zu lösen.

Der Politiker versprach eine „harte Hand“ und erinnerte an seine Zeit als öffentlicher Verwalter, als er an einem einzigen Tag tausend Mitarbeiter entließ. Darüber hinaus hinterfragte er den Personalüberschuss und die politische Nutzung von Institutionen wie der Wahljustiz, den Eisenbahnen von Paraguay, Copaco und dem Asphaltwerk von Asunción.

Trotz des Versprechens des Kandidaten erklären Ökonomen, dass Massenentlassungen schwerwiegende technische Widersprüche aufweisen. Eine solche Schockmaßnahme könnte die nationale Finanzlage verschlechtern.

Erstens wird eine abrupte Reduzierung des Staatspersonals das Defizit der Staatspensionskasse verschärfen. Das Rentensystem funktioniert nach einem Umlageverfahren, bei dem die Beiträge der aktiven Arbeitnehmer die Bezüge der derzeitigen Ruhestandsinhaber finanzieren. Durch die Entlassung Tausender Beamter erleidet die Kasse einen sofortigen Einbruch ihrer Einnahmen. Unterdessen bleiben die Zahlungsverpflichtungen unverändert bestehen. Folglich wird die Staatskasse mehr Mittel aus allgemeinen Steuern verwenden müssen, um den monatlichen Fehlbetrag zu decken.

Ebenso erzeugt der Vorschlag ernsthafte makroökonomische Schwachstellen. Massenentlassungen erfordern sofortige Zahlungen für anteiliges Weihnachtsgeld, Urlaub und Abfindungen.

Was hier verschwiegen wird, ist jedoch der Fakt, dass Arbeitnehmer, die gar nicht arbeiten wegen schwerwiegender Gründe fristlos entlassen werden können, ohne anteiliges Weihnachtsgeld und andere Vergütungen. Es geht nur um Planileros.

Diese plötzliche Ausgabe erhöht die laufenden Ausgaben und das Haushaltsdefizit kurzfristig. Auf der anderen Seite drohen dem Staat mögliche massive Arbeitsgerichtsprozesse. Wenn die Justiz Jahre später gegen den Staat entscheidet, wird der Fiskus Nachzahlungen für entgangene Gehälter und Zinsen in Millionenhöhe leisten müssen.

Die Lohnsumme des öffentlichen Sektors stützt einen großen Teil des Binnenkonsums in Paraguay. Eine drastische Streichung dieser Einnahmen verringert die Käufe in Geschäften, Supermärkten und privaten Dienstleistungen. Infolgedessen sinken die Einnahmen aus indirekten Steuern wie der Mehrwertsteuer (IVA), was die anfängliche staatliche Ersparnis zunichtemacht.

Auf operationaler Ebene verunsichert und gelähmt ein abruptes Stellenstreichen Schlüsselbereiche der Verwaltung. Diese Handlungsunfähigkeit stoppt Ausschreibungen, verzögert Zahlungen an Lieferanten und verlangsamt den Kapitalfluss des Privatsektors – eine Situation, die sich direkt auf das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) auswirkt.
Über die Zahlen hinaus ignoriert die Maßnahme das tiefe soziale Drama, das es bedeuten würde, Tausende von Menschen auf die Straße zu setzen.

Das Drama, welches hier beschreiben wird, trifft nur Familienmitglieder von Politikern, die schon seit Jahrzehnten von der Brust des Staates leben und keineswegs arme Mitbürger.

Dem derzeitigen privaten Arbeitsmarkt fehlt die Kapazität, diese Masse an Arbeitslosen plötzlich aufzunehmen, was zahlreiche Familien kurzfristig ohne Einkommen und ohne berufliche Perspektiven zurücklässt.

Letztendlich klingt Prietos Rede zwar wie eine schnelle und populäre Lösung angesichts der Frustration der Bürger, doch die Umsetzung von Massenentlassungen ohne vorherige Strukturreformen wird die Stabilität des Landes ernsthaft gefährden.

Wochenblatt / Hoy

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