Dornröschenschlaf beendet: Wie Villarricas alter Getreidesilo zur Touristen-Sensation werden soll

Villarrica: Der alte Getreidesilo in der Hauptstadt von Guairá, der sich auf dem Gelände des ehemaligen Bahnhofs im Viertel Estacion befindet, soll zu einer neuen touristischen und kulturellen Attraktion werden. Die Stadtverwaltung hat erste Maßnahmen eingeleitet, um die historische Struktur zu sichern und aufzuwerten. Ziel ist es, das historische Gedächtnis der Stadt wiederzubeleben und gleichzeitig Einheimischen sowie Besuchern neue Angebote zu bieten.

Der Bürgermeister Ovidio Cuevas führte eine technische Inspektion vor Ort durch, begleitet von der Architektin Marcia Caballero und der Leiterin des Tourismusamtes, Lic. Susana Benitez. Bei dem Rundgang wurden der aktuelle Zustand der Immobilie geprüft und die erforderlichen Sanierungs- und Anpassungsmaßnahmen analysiert.

Da es sich um ein Bauwerk handelt, das als nationales Kulturerbe gilt, plant die Gemeinde die Abstimmung mit den zuständigen Institutionen. In diesem Rahmen ist eine Zusammenarbeit mit dem Nationalen Kultursekretariat, dem Ministerium für Landwirtschaft und Viehzucht (MAG) sowie der Eisenbahngesellschaft Ferrocarriles del Paraguay S.A. (Fepasa) vorgesehen.

Industrielles Erbe und Eisenbahngeschichte

Der alte Silo besitzt eine Geschichte, die eng mit der Landwirtschaft und der Eisenbahn verknüpft ist. Die aus vier großen Zylindern bestehende Struktur wurde Anfang der 1940er Jahre während der Regierung von Higinio Morinigo errichtet. Ihre Lage direkt an den Gleisen diente dem Getreideanbau und dem Abtransport landwirtschaftlicher Erzeugnisse über das Schienennetz.

Zusammen bilden der Silo und der alte Bahnhof ein Ensemble, das ein zentrales Kapitel der Wirtschafts- und Sozialgeschichte von Villarrica dokumentiert. Die erste Lokomotive traf 1889 in Villarrica ein. Über Jahrzehnte war die Eisenbahn ein zentrales Element für den Personen- und Warentransport und prägte das geschäftliche Leben rund um den Bahnhof mit Hotels, Geschäften und Gastronomie.

Die Stadtverwaltung prüft gemeinsam mit Fepasa die Möglichkeit, historische Elemente wie eine Lokomotive und Gleisabschnitte zu integrieren, um das historische Erscheinungsbild zu rekonstruieren. Susana Benitez vom Tourismusamt betonte, dass die Öffnung dieser ikonischen Infrastruktur einen wichtigen Beitrag zum Tourismus und zur lokalen Wirtschaft leisten könne.

Geplante Sanierungsmaßnahmen und Kulturprojekt

Das Projekt sieht Arbeiten zur Wiederherstellung der Struktur, Malerarbeiten sowie die Installation einer dekorativen Beleuchtung vor.

Als erste Maßnahme führten städtische Mitarbeiter bereits Säuberungsmaßnahmen auf dem gesamten Gelände durch. Bereits 2012 wurde auf dem Gelände das Gemeindekulturzentrum Centro Cultural Comunitario La Estacion de Villarrica eröffnet. Die gemeinsame Sanierung des alten Silos und des Bahnhofs soll Villarrica einen neuen Bezugspunkt im historischen und kulturellen Tourismus in Paraguay verleihen.

Wochenblatt / Ultima Hora

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