Asunción: In einem Gespräch mit Reportern erklärte Jorge Kronawetter, Leiter der nationalen Migrationsbehörde Paraguays, den Prozess, den ein ausländischer Staatsbürger durchlaufen muss, um sich einbürgern zu lassen und einen paraguayischen Pass zu erhalten.
Kronawetter reagierte damit auf Kommentare in einer bolivianischen Fernsehsendung. Dort wurde berichtet, dass eine beträchtliche Anzahl von Ausländern die Residenz in Paraguay anstrebt – teils ohne dort zu leben –, um von der Stärke des paraguayischen Reisepasses im Vergleich zu anderen Ländern der Region zu profitieren.
Der Weg zur Staatsbürgerschaft
Der Migrationsdirektor erläuterte, dass für Ausländer ohne familiäre Bindungen (Blutlinie) in Paraguay folgende Schritte notwendig sind:
-Temporäre Residenz: Zunächst muss eine befristete Aufenthaltserlaubnis beantragt werden. Diese gilt für bis zu zwei Jahre und kann um weitere zwei Jahre verlängert werden.
-Permanente Residenz: Nach Ablauf dieser zwei Jahre (und bei Erfüllung weiterer Voraussetzungen) kann der Ausländer die dauerhafte Aufenthaltserlaubnis beantragen.
-Einbürgerung: Erst nachdem man mindestens drei Jahre lang die permanente Residenz besessen hat, kann ein Antrag auf Einbürgerung beim Obersten Gerichtshof gestellt werden.
Der Oberste Gerichtshof prüft jeden Antrag individuell. Im Falle einer Genehmigung wird die Einbürgerungsurkunde (Carta de Naturalización) ausgestellt, die den Betroffenen offiziell als paraguayischen Staatsbürger zertifiziert und ihm den Zugang zum Reisepass ermöglicht.
Ansturm aus Bolivien im Jahr 2025
Kronawetter bestätigte einen deutlichen Anstieg der Anträge aus dem Nachbarland Bolivien. Allein im Jahr 2025 haben rund 600 Bolivianer eine temporäre Aufenthaltsgenehmigung in Paraguay beantragt.
Wochenblatt / ABC Color














