Auf der Jagd nach Steuersündern

Encarnación: Steuersündern geht es an den Kragen. Die Gemeinde Encarnación will etwa drei Milliarden Guaranies von säumigen Steuerzahlern gerichtlich eintreiben. Sogar bekannte Politiker zahlen keine Abgaben und kandidieren wieder neu für ihr Amt.

Eine erste Liste von rund 140 Steuerschuldnern hat die Kommune schon Rechtsanwälten übergeben. Von Fall zu Fall betragen die einzelnen Außenstände zwischen 12 Millionen oder mehr als 100 Millionen Guaranies.

Luis Yd (Alianza), der Bürgermeister von Encarnación, hat schon seit Längerem Rabatte und weitere Zugeständnisse an säumige Steuerzahler gemacht, ohne sichtbare Erfolge.

William Amarilla, Leiter der Rechtsabteilung von der Gemeinde, erklärte, dass nun Anwälte gerichtliche Schritte gegen säumige Zahler einleiten werden. Er stellte klar, dass die Liste von 140 Schuldnern nur vorläufig sei. In Kürze kämen noch weitere hinzu.

Die Rückstände bei den Steuersündern der Kommune reichen bis auf das Jahr 2007 zurück. Keiner der Vorgänger von Yd hat jedoch in dem Sektor durchgegriffen. Es handelt sich bei den Außenständen um Abgaben für Grundsteuern, Abfallgebühren und Dienstleistungen für Straßenreinigungen.

Amarilla erklärte weiter, jeder Steuerzahler habe das Recht die Streichung seiner Steuerschulden nach fünf Jahren zu beantragen wenn die Kommune sie nicht eingetrieben habe. Jedoch gäbe es eine soziale und moralische Verantwortung jedes Bürgers zur Aufrechterhaltung von öffentlichen Einrichtungen für alle. Das Bezahlen von Steuern trage zum Erhalt der Stadt Encarnación bei.

Unter den säumigen Zahlern soll ein Kandidat der Colorado Partei für das Amt eines Abgeordneten sein. Um einen Medienskandal zu vermeiden bezahlte dieser schnell seine Steuerschulden in Höhe von 150 Millionen Guaranies.

Wochenblatt / ABC Color

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6 Kommentare zu “Auf der Jagd nach Steuersündern

    1. Keiner würde solche Fragen stellen, weil jeder ohnehin die Wahrheit kennt – aus täglicher Erfahrung.

  1. Experimentarier

    Eine soziale und moralische Verantwortung jedes Bürgers zur Aufrechterhaltung von öffentlichen Einrichtungen genügt nicht. Spätestens bei Plata hört soziale und moralische Verantwortung auf. Bei vielen mit welchen ich es zu tun habe, habe ich nicht den Eindruck, dass diese überhaupt soziale und moralische Verantwortung außer für sich selbst hätten. Wenn die Steuerforderung nach fünf Jahren erlischt, in dieser Zeit von fünf Jahren schafft es die Justiz niemals. Es ist schon ein wenig lächerlich, dass in Paraguay Anwälte gerichtliche Schritte gegen säumige Zahler einleiten müssen. Aber Gesetz ist Gesetz und diese anzuwenden wird sich nicht ändern, das nebst Teerere und Siesta es zu heiß ist.

  2. Ich habe gemeint, dass nach 10 Jahren die Hälfte des Grundstücks in den Besitz des Staates übergeht. Und nach 20 Jahren die zweite Hälfte.

  3. Für Sünder gibt es nur einen Ort der Vergebung und das ist nicht die Municipalidad.
    Wieso also eigentlich: Steuersünder?