Asunción: Während normale paraguayische Bürger unter schwankenden Stromnetzen und saftigen Rechnungen leiden, rollt der staatliche Energieversorger ANDE den roten Teppich aus: Gigantische Megawatt-Mengen werden an ein privates Rechenzentrum für Künstliche Intelligenz verschleudert – zu Sondertarifen, die Fragen und blanken Zorn aufwerfen!
Die staatliche Stromgesellschaft ANDE hat soeben einenメガ-Deal besiegelt, der das Zeug dazu hat, die paraguayische Öffentlichkeit fassungslos zu machen. Für die kommenden 15 Jahre liefert der Staat bis zu 286 Megawatt an das Unternehmen Kuntur (eng verbunden mit dem internationalen Konsortium Araico und US-Partnern wie Crusoe), das in Yguazú ein gigantisches Rechenzentrum für Künstliche Intelligenz hochzieht.
Und zu welchen Konditionen? Die Firma zahlt lächerliche 48,91 bis 56,39 US-Dollar pro Megawattstunde (MWh). Ein absoluter Schnäppchenpreis, während im Hintergrund Millionen-Investitionen fließen, aber der Gewinn vor allem bei ausländischen Technologie-Investoren landen dürfte!
Ein Megawatt-Monster im Dschungel
Ab Dezember 2026 soll der Betrieb starten – erst bescheiden mit 6 Megawatt, doch bis April 2029 schwillt der Stromhunger des KI-Zentrums auf unfassbare 286 Megawatt an. Zur Einordnung: Das entspricht exakt der gesamten installierten Leistung des traditionsreichen Wasserkraftwerks Acaray plus weiteren 66 MW!
Der Präsident der ANDE, Ing. Miguel Báez, will den Deal als großen Coup verkaufen und beteuert gebetsmühlenartig, alles sei „völlig transparent“ und zu rein „technischen Tarifen“ berechnet worden. Sogar die Gewerkschaft Sitrande gibt ihren Segen und winkt das Abkommen durch. Doch Kritiker fragen zu Recht: Ist es wirklich im Sinne des paraguayischen Volkes, den eigenen billigen Reichtum an Strom an rechenhungrige Tech-Konzerne zu verramschen, während die heimische Bevölkerung für die Energiezukunft im Ungewissen gelassen wird?
Automatische Rabatt-Garantie für die Reichen?
Besonders pikant: Die vereinbarte Tariferhöhung ist gesetzlich an die US-Inflation gekoppelt – mit einer festen Mindestanpassung von mageren 2,5 % pro Jahr. Sollte die Inflation geringer ausfallen, greift trotzdem die garantierte Erhöhung. Ein fast schon fürstlicher Schutzwall für internationale Investoren, während der kleine Stromverbraucher in Paraguay zusehen muss, wie die Lebenshaltungskosten steigen.
Während in Asunción auf großen Konferenzen glänzende Bilanzen präsentiert werden, bleibt ein schaler Beigeschmack: Paraguay verkommt immer mehr zum billigen Energie-Bediensteten für ausländische Serverfarmen und Tech-Milliardäre, die hier im Schatten billiger Energie ihre Rechenzentren betreiben, während die Einheimischen die Zeche für die Abnutzung der Netze zahlen. Ein wahrhaft glänzendes Geschäft – allerdings nur für die anderen!
Wochenblatt / Abc Color















