Banken am Limit: Die Ära der günstigen Kredite geht vorerst zu Ende

Asunción: Stand Ende 2025 legte die Zentralbank von Paraguay ( BCP) den maximalen Effektivzins in Landeswährung auf 20,21 % fest. Unter diesen Vorzeichen setzten 13 der 17 Banken des Systems ihre Kreditzinsen praktisch an der zulässigen Obergrenze an.

Der Durchschnitt der von den Banken erhobenen Zinssätze ist in den letzten Monaten unaufhörlich gestiegen, insbesondere im Konsumsektor via Kreditkarten. Dies trifft vor allem die Mittelschicht – jenen Bereich, der am ehesten Gefahr läuft, wieder unter die Armutsgrenze zu rutschen.

Die Register der Bankenaufsicht der Zentralbank bestätigen diesen Trend: Die große Mehrheit der Banken agiert offenbar auf derselben Linie und verlangt bei Kreditkarten den maximal zulässigen Zinssatz, bevor dieser als Wucher gilt. Dies lässt kaum Spielraum für Differenzen zwischen den einzelnen Instituten.

Ende 2025 fixierte die Zentralbank den maximalen effektiven Zinssatz in Landeswährung auf 20,21 %. Mit diesem Parameter legten 13 der 17 Banken des Systems ihre aktiven Zinssätze fast punktgenau an der erlaubten Grenze fest. Dies belegt eine gemeinsame Strategie, die Rendite des Produkts zu maximieren, ohne die Regulierung zu verletzen, was einem Anstieg von fast drei Prozentpunkten im Jahresvergleich entspricht.

Gemäß dem Gesetz Nr. 5476/2015, das die Transparenz regelt und Nutzer von Kredit- und Debitkarten schützt, dürfen die Zinssätze das Dreifache des Durchschnitts der Passivzinssätze (Einlagezinsen) des Finanzsystems nicht überschreiten. In der Praxis bedeutet dies: Wenn die Passivzinssätze beispielsweise bei 6 % liegen, darf der maximale Zinssatz für Kreditkarten 18 % nicht übersteigen. Jeder Wert darüber hinaus stellt einen anzeigepflichtigen Verstoß dar.

Vielfältige Optionen

Bei allgemeinen Konsumkrediten gibt es hingegen große Unterschiede. Die Kluft zwischen dem Institut mit dem niedrigsten und dem mit dem höchsten Zinssatz beträgt mehr als zehn Prozentpunkte. Dies verdeutlicht, dass die Kreditkosten je nach gewählter Bank erheblich variieren können.

Die Interfisa Banco verzeichnete mit 11,87 % den niedrigsten Satz, gefolgt von der Ueno Bank mit 13,14 %. Banken wie die Banco Atlas und die Banco Nacional de Fomento (BNF) gehörten mit 23,74 % bzw. 24,66 % zu den teuersten Anbietern. Der im System gemeldete Maximalsatz erreichte 26,41 %, was bedeutet, dass einige Privatkredite mehr als doppelt so viel kosten können wie bei den wettbewerbsfähigsten Banken.

Im Durchschnitt verlangen die meisten Institute Zinsen zwischen 19 % und 22 % und liegen damit über dem gewichteten durchschnittlichen Kreditzins des Systems, der in Landeswährung bei 15 % lag. Die fünf größten Banken des Landes vereinen zusammen ein Kreditportfolio von mehr als 20,4 Milliarden USD und festigen damit ihre Rolle als Hauptmotoren der Wirtschaftsfinanzierung.

Zahlungsmoral (Morosität)

Trotz der Verteuerung der Kredite sinkt die Zahl der Zahlungsverzögerungen. Der Anteil notleidender Kredite im Bankenportfolio lag bei 2,1 %, was unter dem historischen Median liegt. Dies entspricht einem Rückgang der Verzugsquote um 0,1 Prozentpunkte im Jahresvergleich.

Die Segmente mit der höchsten Ausfallrate sind ausgerechnet Konsumkredite (4,2 %) sowie Wohnraum und Einzelhandel (jeweils 3,1 %). Die niedrigste Quote verzeichnete die öffentliche Verwaltung mit 0,5 %, gefolgt vom Finanz- und Immobiliensektor mit 0,7 %.

Obwohl das fällige Portfolio im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 % zunahm – primär getrieben durch die Bereiche Konsum, Landwirtschaft und Wohnungsbau –, wurde diese Ausweitung teilweise durch eine positive Entwicklung im Großhandel, der Viehzucht und dem Dienstleistungssektor kompensiert. Sowohl das stärkere Wachstum des Gesamtportfolios als auch die Zunahme umgeschuldeter Kredite dämpften die effektive Verzugsquote.

Wochenblatt / El Nacional / Beitragsbild Archiv

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