Asunción: Am vergangenen Freitagabend um 21:12 Uhr landete eine luxuriöse Bombardier Challenger 604 mit der Kennung N116HL auf dem Flughafen Silvio Pettirossi, die zuvor in Panama abhob. Nach der Landung wollte der Pilot und Eigentümer des Jets keine Überprüfung zustimmen, was zu einem Einsatz von Senad-Agenten führte, die nicht grundlos anreisten.
Bei der Durchsuchung fanden die Agenten 267 kg Haschisch, mit einem Marktwert von 3,6 Millionen US-Dollar. Der Eigentümer und Pilot des Flugzeuges war kein geringerer als Keith Siilats, eine Este und Mitgründer von Bolt. Mit ihm im Flugzeug saßen auch Jabari Stephen Brown, aus sozialen Medien und in Luftfahrt-Fachmedien bekannt, da er einen Businessjet bei einem Wettbewerb gewonnen hat, der von dem populären Content-Creator MrBeast organisiert wurde, wie auch Troy Anthony Vásquez (42), David Thomas Wise (58) und Marisol Rivas (39). Alle vier wurden verhaftet, während der Pilot und Eigentümer des Jets am Samstagmorgen das Land fluchtartig verlassen haben soll, um einer Strafverfolgung zu entgehen.
Der Fall sorgte aufgrund der außergewöhnlichen Vorgeschichte eines der Beteiligten für internationales Aufsehen. Brown erlangte vor einigen Jahren Bekanntheit, nachdem er sich in einer von MrBeast organisierten Challenge gegen rund einhundert Piloten durchgesetzt hatte. Der Gewinn war ein Businessjet im Wert von mehreren Millionen Dollar – ein Erfolg, der ihn in der Luftfahrt-Community und den sozialen Medien zu einer bekannten Persönlichkeit machte.
Nun sorgt sein Name jedoch aus völlig anderen Gründen für Schlagzeilen. Nach vorläufigen Ermittlungserkenntnissen gehörte Brown zu der Gruppe von Personen, die sich an Bord des Flugzeugs befanden, in dem bei einem koordinierten Einsatz der SENAD 261,6 Kilogramm Premium-Marihuana gefunden wurden.
Ein weiterer prominenter Name im Visier
Die Ermittlungen richten sich auch gegen eine weitere hochkarätige Person. Nach Informationen aus frei zugänglichen Quellen und Geheimdienstberichten, die derzeit noch überprüft werden, soll es sich bei dem Piloten der Maschine um Keith Siilats handeln – einen Technologie-Unternehmer estnischer Herkunft und Mitbegründer von Bolt Mobility.
Siilats ist in der Tech- und Mikromobilitätsbranche durch seine Beteiligung an verschiedenen Start-ups in den Bereichen Innovation, Programmierung und Stadtverkehr bekannt. Die paraguayischen Behörden gehen davon aus, dass er auch der Eigentümer des Jets ist, der für den Transport der illegalen Fracht genutzt wurde.
Zum Zeitpunkt des Zugriffs befand sich der Unternehmer jedoch nicht mehr auf paraguayischem Boden. Geheimdienstberichten zufolge soll er das Land bereits am Samstagmorgen verlassen haben – nur wenige Stunden vor dem Einsatz, bei dem das Flugzeug beschlagnahmt und die Insassen festgenommen wurden.
Internationale Zusammenarbeit gegen den Drogenhandel
Die Operation war das Ergebnis von Geheimdienstarbeit und Informationsaustausch im Rahmen des Programms „Colibrí“. Hierbei handelt es sich um eine Initiative, die die Maßnahmen von:
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der SENAD (Nationale Antidrogen-Sekretariat),
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der paraguayischen Luftwaffe,
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der DINAC (Nationale Zivilluftfahrtbehörde),
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der DNIT (Nationale Steuerbehörde) und
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der Nationalpolizei
bündelt, um die Kontrollen gegen den Drogenhandel zu verschärfen.
Wie es jetzt weitergeht
Während die vier Festgenommenen bereits zur Staatsanwaltschaft (Ministerio Público) gebracht wurden, um ihre Aussagen zu Protokoll zu geben, versuchen die Ermittler nun, den genauen Grad der Beteiligung jedes Einzelnen zu bestimmen. Zudem soll die vollständige Flugroute rekonstruiert werden, um die strafrechtliche Verantwortung in einem Fall zu klären, der Tech-Unternehmer, Executive-Jets und eine beträchtliche Menge an hochwertigen Drogen miteinander verknüpft.
Das Auftauchen von Namen, die mit der Technologiewelt und viralen Internetphänomenen in Verbindung stehen, hat diesen Fall zu einem der international am meisten beachteten Antidrogeneinsätze der jüngeren Vergangenheit in Paraguay gemacht.
Wochenblatt / Ultima Hora















