Asunción: Die Verteidigung von Dalia López behauptete während der Anhörung zur Festlegung von Zwangsmaßnahmen, dass die Frau aufgrund von Drohungen „hoher Amtsträger der Vorgängerregierung“ unter Mario Abdo Benítez nicht vor der Justiz erschienen sei. „Wenn du ein Polizeirevier betrittst, wirst du sterben“, soll ihr in einem Telefonat gesagt worden sein.
Richter Raúl Esteban Florentín ordnete an, dass Dalia López für weitere 10 Tage in der Frauenabteilung der Departamento Judicial in Asunción in Haft bleibt, wo sie bereits die Nacht nach ihrer Verhaftung verbrachte.
Obwohl die Verteidigung von Dalia López Hausarrest beantragte und dafür eine Kaution von rund 1,3 Millionen US-Dollar anbot, entschied Richter Raúl Esteban Florentín am Karfreitag auf Untersuchungshaft. Sie wird für 10 Tage in der weiblichen Justizabteilung inhaftiert sein, nachdem sie am Gründonnerstag in einem luxuriösen Haus im Stadtteil Herrera in Asunción festgenommen wurde.
Während der Anhörung behauptete die Verteidigung zudem, dass Dalia López einen Tag vor ihrer geplanten Vernehmung am 18. März 2020 bedroht worden sei. „Diese Drohung – um Fehlinterpretationen zu vermeiden – stammte nicht aus dem organisierten Verbrechen, nicht aus dem Drogenhandel und nicht von den beteiligten Brasilianern; sie stammte von hohen Amtsträgern der Vorgängerregierung“, heißt es im Gerichtsbeschluss zur Untersuchungshaft. López ist wegen krimineller Vereinigung sowie der Herstellung und Verwendung falscher Dokumente angeklagt.
Laut dem Anwalt Marinoni war ein Telefonat am Vorabend ihrer Vernehmung eine sehr klare Drohung. „Das war der Hauptgrund, warum sie in diesem Verfahren nicht erschienen ist. Erst gestern haben wir dem Staatsanwalt gegenüber betont, dass wir die Behörden unter diesen Umständen für ihre Sicherheit und ihr Leben verantwortlich machen“, erklärte Marinoni, der selbstredend jede Ausrede ins Spiel bringen kann, wenn er keine Namen nennen will.
Die Verteidigung betonte zudem, dass die Angeklagte an verschiedenen gesundheitlichen Problemen leide und seit 10 Jahren Medikamente einnehme, um den Hausarrest anstelle der Untersuchungshaft zu rechtfertigen.
Dennoch ordnete der Richter den Verbleib in Haft an. Die Frau war sechs Jahre lang auf der Flucht. Nach Ablauf der 10-Tage-Frist wird sie, sofern keine andere Entscheidung getroffen wird, in den Gefängniskomplex für Frauen in Emboscada oder eine andere geeignete Einrichtung verlegt.
Gegen die 55-jährige Geschäftsfrau bestand ein Haftbefehl im Rahmen des Falls „Wilmondes Sousa Lira u.a. wegen Verwendung öffentlicher Dokumente mit falschem Inhalt“. Dalia López war verantwortlich für den Besuch des brasilianischen Fußballstars Ronaldinho Gaúcho und seines Bruders in Paraguay im März 2020. Damals wurde festgestellt, dass der Fußballer einen gefälschten paraguayischen Ausweis besaß, was einen Skandal auslöste und zu seiner monatelangen Inhaftierung im Land führte.
Wochenblatt / Última Hora















