Das Geister-Terminal: Erst das rote Band, dann die große Leere

Villarrica: Am vergangenen Samstag herrschte in der Hauptstadt von Guairá noch Volksfeststimmung. Mit Pauken, Trompeten und dem obligatorischen Durchschneiden des roten Bandes feierte Bürgermeister Magín Benítez die offizielle Einweihung des neuen Busterminals.

Nach fast zwei Jahrzehnten des Wartens und einer Investition von rund 6 Milliarden Guaranies sollte am Montag endlich eine neue Ära für den Reiseverkehr anbrechen. Doch wer am Montagmorgen mit gepackten Koffern am neuen Standort erschien, wurde bitter enttäuscht.

Große Worte, leere Bahnsteige

„Ab Montag verkehren hier alle Busse“, hatte der Bürgermeister während der Zeremonie stolz verkündet. Ein Versprechen, das sich kaum 48 Stunden später als heiße Luft entpuppte. Statt Motorengeräuschen und emsigem Treiben herrschte am neuen Terminal gähnende Leere – zumindest was den Linienverkehr betrifft.

Hinter den Kulissen scheint man die Rechnung ohne die Realität gemacht zu haben. Wie aus inoffiziellen Kreisen der Stadtverwaltung verlautete, müssen “noch letzte Arbeiten abgeschlossen werden“. Eine Information, die man den Bürgern am Samstag wohlweislich verschwiegen hatte, um den Fototermin nicht durch Details wie Baustellenstaub oder fehlende Abnahmen zu stören.

Ein Déjà-vu für die Bürger

Die Bewohner von Villarrica sind Geduld gewohnt, wenn es um ihr Terminal geht. Doch diese jüngste Episode hinterlässt einen faden Beigeschmack. Es stellt sich die Frage, warum eine offizielle Einweihung mit solchem Pomp inszeniert wird, wenn die Infrastruktur faktisch noch nicht betriebsbereit ist.

Statt den versprochenen Komfort der neuen Anlage zu genießen, müssen Reisende und Busunternehmen nun eine weitere Woche im “provisorischen“ Modus verharren. Die für Montag angekündigte Rückkehr der Händler und Agenturen wurde kurzerhand nach hinten verschoben.

Warten auf nächste Woche

Nun wird die kommende Woche als neuer Zieltermin gehandelt. Bis dahin bleibt das neue Terminal ein schönes, aber nutzloses Denkmal für eine politische Eilbedürftigkeit, die über die tatsächliche Fertigstellung siegte.

Für die Bürger bleibt zu hoffen, dass “nächste Woche“ im Kalender des Bürgermeisters dieselbe Bedeutung hat wie im Rest der Welt. Denn eines ist sicher: Ein Terminal ohne Busse ist wie ein Marktplatz ohne Händler – eine hübsche Kulisse ohne Leben.

Wochenblatt / Beitragsbild Archiv

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