Asunción: Während die Öffentlichkeit im Dunkeln gelassen wird, bringen explosive Dokumente ein dubioses Netzwerk aus Millionen-Krediten und verschlungenen Firmengeflechten rund um Ueno Bank ans Licht. Von der Zentralbank unter Verschlusssache gehaltene Pakete offenbaren ein System von wechselseitigen Krediten, das selbst hartgesottene Finanzexperten fassungslos zurücklässt. Besagte Unternehmen sollen der Ueno Bank 153 Millionen US-Dollar schulden. Wer schützt hier wen im Schatten der großen Institutionen?
Geheime Papiere, die angeblich vom paraguayischen Zentralbank (BCP) stammen und von der früheren Administration unter Carlos Carvallo schlicht im Tresor versteckt statt dem Senat vorgelegt wurden, enthüllen einen massiven Skandal.Laut einer journalistischen Investigation soll sich um die Ueno Bank ein astreines Geflecht aus verdeckten Kreuzkrediten spannen.
Im Zentrum des Sturms stehen fünf mysteriöse Firmen – Sagas S.A., Kasas Propiedades S.A., La Tropa S.A.E., Aime S.A. und Vinanzas S.A. –, die laut den Berichten frisches Kapital injizierten, um die riesigen Schulden des Grupo Vázquez (darunter Firmen wie Mowi S.A., Grupo Hendy S.A. und Grupo M S.A.) zu bedienen. Das Absurde daran:Exakt diese fünf Retter-Firmen haben sich im selben Zeitraum selbst mit gigantischen Multimillionen-Krediten bei genau derselben Bank vollgesaugt!
Der Zirkel des Geldes: Kredite im XXL-Format
Der Verdacht liegt auf der Hand: Hier wurde Geld im Kreis geschickt, um gesetzliche Obergrenzen für Kredite an verbundene Unternehmen elegant zu umgehen. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Allein Kasas Propiedades S.A. türmte Schulden von sage und schreibe 72 Millionen Dollar auf, Sagas S.A. steht mit 45 Millionen Dollar in der Kreide. Pikantes Detail: Diese Summen sprengen jegliche Realität und übersteigen die im restlichen Finanzsystem deklarierten Verbindlichkeiten um das bis zu 3.000-Fache!
Insgesamt machen die kritischen Passiva mal eben 35 Prozent des Eigenkapitals der Ueno Bank aus – jenes Instituts, das es sich auf die Fahnen geschrieben hat, auf gigantischen 855 Millionen Dollar an Staats- und Rentengeldern (inklusive des IPS) zu sitzen.
Die Aufpasser haben weggesehen
Und als wäre das nicht genug, zeigen interne Memos der BCP-Aufsichtsbehörde, dass man dort schon vor Monaten vor windigen Ein-Mann-Krediten (créditos a sola firma) und faulen Buchführungstricks gewarnt hatte. Während das Thema nun im Kongress hochkocht, zeigt sich einmal mehr die hässliche Realität des paraguayischen Finanzdschungels: Wenn die Großen spielen, fließen Millionen im Kreis – und am Ende bürgt die Öffentlichkeit mit ihrem Geld.
Wochenblatt / BM TV











