Asunción: Das Nokia 300 Charge verfügt über ein 2,4-Zoll-Display und eine traditionelle physische Tastatur. Es bietet USB-C, eine leistungsstarke LED-Taschenlampe und bis zu 37,9 Stunden Gesprächszeit.
Bevor Mobiltelefone fast 7 Zoll große Bildschirme, 200-Megapixel-Kameras, KI-Tools zur Bildbearbeitung (oder -erstellung) und Apps für alles Mögliche hatten, brachte das Nokia 1100 eine viel einfachere Idee auf den Punkt: Anrufe tätigen und dafür sorgen, dass der Akku weit länger als 24 Stunden hält. Mehr als zwei Jahrzehnte nach seiner Einführung greift die Marke diese Rezeptur wieder auf.
HMD, das Unternehmen, das derzeit Handys unter der Marke Nokia herstellt, treibt den Trend der sogenannten „Dumbphones“ (einfache Handys) mit der Ankündigung des neuen Nokia 300 Charge weiter voran. Ein Gerät, das nicht nur die „digitale Entgiftung“ fördert, sondern auch dafür gedacht ist, wochenlang fernab des Ladegeräts zu verbringen und sogar seine Akkuleistung mit anderen Geräten zu teilen.
Von der Taschenlampe des Nokia 1100 zum Aufladen eines anderen Handys
Für viele Nutzer war das Nokia 1100 das Telefon mit den großen Tasten, der Taschenlampe und einer schier endlos scheinenden Akkulaufzeit. Es avancierte zudem zu einem der ikonischsten Modelle in der Geschichte der Mobiltelefonie.
Im Gegensatz zu dem legendären Klassiker liegt der Hauptanreiz des Nokia 300 Charge jedoch in seinem 3.700-mAh-Akku – dem bisher größten, den HMD je in einem seiner Einsteigerhandys verbaut hat.
Den offiziellen Spezifikationen zufolge bietet es bis zu 37,9 Stunden Gesprächszeit und über 40 Tage Standby-Modus. Doch sein auffälligstes Merkmal ist ein anderes: Über USB-C kann es bis zu 10 Watt Leistung abgeben, um Smartphones, Kopfhörer und andere kompatible Geräte aufzuladen.
Außerdem ist es mit einer leistungsstarken LED-Taschenlampe ausgestattet – eine weitere Verbeugung vor jenen Nokia-Modellen, die durch ihren alltäglichen Nutzen so beliebt wurden. HMD versichert, dass deren Leuchtkraft internen Firmenstests zufolge bis zu viermal höher ist als die des Nokia 105.
Für alle, die das Nokia 1100 als ein Telefon in Erinnerung haben, das zum Telefonieren, Nachrichten schreiben und sogar als Lichtquelle bei einem Stromausfall taugte, wirkt diese Philosophie vertraut.
Ein Telefon aus einer anderen Ära, mit USB-C
Das Nokia 300 Charge versucht nicht, mit einem iPhone oder einem Android-Smartphone zu konkurrieren. Sein Display misst 2,4 Zoll, hat eine QVGA-Auflösung und nutzt eine traditionelle physische Tastatur.
Im Inneren arbeitet ein Unisoc SC6531E-Prozessor, kombiniert mit 4 MB RAM und 4 MB internem Speicher. Der Speicher lässt sich über eine microSD-Karte um bis zu 32 GB erweitern, und das Gerät behält andere Elemente bei, die bei Smartphones immer schwerer zu finden sind – wie den klassischen 3,5-mm-Kopfhöreranschluss.
Es läuft mit dem S30+-Betriebssystem, und seine Konnektivität ist auf die wesentlichen Grundfunktionen eines Telefons ausgerichtet. Es ist kein Gerät für Streaming, soziale Netzwerke oder anspruchsvolle Apps. Und genau darin liegt ein Teil seines Reizes.
In einer Branche, die ständig auf größere, leistungsstärkere und komplexere Geräte drängt, gibt es nach wie vor einen Markt für Telefone, die einfach nur die grundlegendsten Aufgaben erfüllen wollen. Telefonieren, Nachrichten senden, tagelang durchhalten und in diesem Fall sogar als Energiereserve für andere Geräte dienen.
Die Formel, die das Nokia 1100 berühmt machte
Nach der Ankündigung beschränkt sich der Vergleich mit dem Nokia 1100 keineswegs nur auf das Design, das zweifellos die Aufmerksamkeit von Nostalgikern auf sich ziehen wird.
Das im Jahr 2003 eingeführte Modell stand für eine Epoche, in der das Mobiltelefon vor allem ein Kommunikationswerkzeug war. Sein Erfolg basierte auf einer Kombination, die sich heute nur schwer auf den Mobilfunkmarkt übertragen lässt: schlichtes Design, erschwinglicher Preis, Robustheit und Langlebigkeit.
Das Nokia 300 Charge greift einen Teil dieser Logik wieder auf, ergänzt sie jedoch um Funktionen, die einer anderen technologischen Generation angehören. Der Akku bleibt das Herzstück des Geräts, aber nun kann er andere Geräte über ein USB-C-Kabel mit Strom versorgen.
Auch das Design behält das kompakte Format bei. Es ist 136,55 Millimeter hoch, 55 Millimeter breit und 14,94 Millimeter dick, bei einem Gewicht von 138 Gramm. HMD bietet es in den Farben Grün und Sand an, während die offizielle Dokumentation auch eine schwarze Variante zeigt.
Bislang hat HMD die Markteinführung des Nokia 300 Charge in Argentinien noch nicht offiziell bestätigt.
Das Modell ist inzwischen in einigen internationalen Märkten aufgetaucht. Verfügbarkeit und Preis können jedoch je nach Region variieren. Das Unternehmen selbst stellt zwar seine globalen Spezifikationen zur Verfügung, es gibt jedoch noch keine offiziellen Informationen über einen eventuellen lokalen Vertrieb.
Wochenblatt / Clarín















