Asunción: Das Kartenhaus wackelt gewaltig! Inmitten eines heftigen institutionellen und politischen Sturms hat die Zentralbank von Paraguay (BCP) ihren ersten prominenten Kollateralschaden zu beklagen. Die renommierte Direktoriumsregentin Carmen Marín hat offiziell ihren Rücktritt eingereicht. Während die Regierung noch verzweifelt Schadensbegrenzung betreibt, zeigt das Erdbeben rund um dubiose Firmengeflechte und mangelnde Aufsicht seine ersten blutigen Raten.
Die Luft im Aufsichts-Olymp des paraguayischen Finanzsystems ist dünn geworden – sehr Nach wochenlangen,heftigen Kontroversen und knallharten Schlammschlachten im Parlament bezüglich der schlampigen Kontrollmechanismen gegenüber umstrittenen Banken- und Unternehmensnetzwerken zieht das erste hochrangige Mitglied die Reißleine. Carmen Marín, die seit Oktober 2022 im Direktorium saß und als erste Frau diesen Posten bekleidete, hat die Segel gestrichen.
Wenn der Druck zu groß wird: Die Schein-Rettung der Regierung bricht ein
Dabei hatte sich Präsident Santiago Peña erst wenige Tage zuvor schützend vor die Institutionen gestellt und demonstrativ seine Rückendeckung ausgesprochen. Man solle bloß keine Panik verbreiten und die wirtschaftliche Stabilität nicht gefährden, so der Tenor aus dem Palast. Doch der öffentliche und politische Druck der Opposition, die ein radikales Durchgreifen und eine Entrümpelung der Kontrollbehörden forderte, war schlicht zu erdrückend. Die Vorwürfe,wegzuschauen statt hinzusehen, ließen sich nicht mehr einfach weglächeln.
Mit Maríns Abgang bleibt im Führungsgremium der Zentralbank neben Präsident Carlos Carvallo nur noch ein enges Team übrig, während die Exekutive nun einen neuen Kandidaten durch den bürokratischen und politisch nervenaufreibenden Senatsfilter boxen muss.
Der Abgang zeigt einmal mehr: Wenn im paraguayischen Finanzdschungel die Fassade bröckelt, fliegen zuerst die Verantwortlichen in der zweiten Reihe, während das System unbeeindruckt weiterbebt. Wer als Nächstes stolpert, dürfte nur eine Frage der Zeit sein!
Wochenblatt / El Nacional















